Wie Parkour in Perfektion aussieht
Jesse Peveril demonstrierte, wie Parkour in Perfektion aussieht. Der Profi war auch als Trainer beim Camp auf dem Hof der Korczak-Schule dabei.

Zum sechsten Mal war die Stadt Gütersloh mit tatkräftiger Unterstützung einiger Sponsoren in die Rolle des Gastgebers geschlüpft. Das Motto der Veranstaltung lautete „Gütersloh grenzenlos – grenzenloses Gütersloh“. Das Schulgelände glich dabei mit Baumstämmen, Kisten, Paletten, ausrangierten Autos, Gerüsten, einer Kletterwand und anderen Hindernissen einem riesigen Abenteuerspielplatz.

Zudem gab es ein Rahmenprogramm, Workshops und eine Party mit der Band Bartosz. Die Gütersloher Veranstaltung hat in der Parkour-Szene mittlerweile „einen unglaublichen Ruf. Selbst die erfahrenen Teilnehmer loben sie in den höchsten Tönen“, sagte Camp-Leiter Claus-Peter Mosner. „Bei uns herrscht eine familiäre, freundschaftliche Atmosphäre.“

Am wichtigsten waren den Teilnehmern freilich der Sport, die Freude an der Bewegung an den Hindernissen und das Ausloten der persönlichen Leistungsgrenzen. In der Tat scheinen die Gesetze der Schwerkraft außer Kraft gesetzt, wenn die 14- bis 22-jährigen Körperkünstler wie Spinnen an Gebäuden hochkletterten. Oder wie Gämsen von einem Kasten zum nächsten springen, freihändig auf dünnen Stahlrohren balancieren und sich in affenartiger Geschwindigkeit durch Gerüste schwingen.

Wie Parkour in Perfektion aussieht, demonstrierte als Überraschungsgast einer der wenigen Profis der Szene: Jesse Peveril. Der in Halifax geborene Kanadier ist Lehrer und Motivator, Sprungwunder, Sunnyboy und Massenliebling, dessen Videos für viele aus der Szene Vorbild sind. An seinem Wohnort in der Schweiz trainiert der gelockte Sympathieträger mit den scheinbar eingebauten Sprungfedern mit Parkour-Koryphäe Daniel Ilawbaka. Allein das gilt als Ritterschlag. Drei Tage mit Jesse Peveril leben und trainieren zu könne, war für das Parkour-Camp und dessen Teilnehmer Ehre und Auszeichnung zugleich.

Pitt Mosner: „Jesse ist ein Profi, der lebt und liebt, was wir alle tun. Ihn in Gütersloh zu haben, ist wie ein Sechser im Lotto.“ Beim Abschied am Sonntag machte sich deshalb eine Mischung aus Müdigkeit, Trauer und Vorfreude auf das Jahr 2015 breit. Dann stellt die Stadt Gütersloh für das siebte Pakour-Camp wieder neue Hindernisse auf.

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