Neue Unterkünfte in Gütersloh
Acht Holzbauten Modell Hessen sind für die Wiese im Nordbad im Winkel von Goethestraße und Bundesstraße 61 vorgesehen.

Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Immobilienwesen beschäftigt sich damit am Donnerstag, 11. Februar (17 Uhr, Ratssaal). Entscheiden soll der Rat in einer Sondersitzung am 18. Februar. Er wäre eigentlich erst im März zusammengekommen, aber „die drei Wochen haben wir nicht“, sagte Bürgermeister Henning Schulz (CDU) am Donnerstag bei der Vorstellung der Pläne im Rathaus. „Jede Woche mehr ist eine Woche für die Sporthallen.“ Insgesamt vier sind belegt, zwei vom Land und zwei von der Stadt, zwei weitere sind für den Notfall ins Auge gefasst.

Derzeit leben in Gütersloh 1109 zugewiesene Flüchtlinge in städtischen oder angemieteten Unterkünften. Die Zahl ändert sich fast täglich. Hinzu kommen 51 unbegleitete Minderjährige, 45 Kontingentflüchtlinge und die Menschen, die noch kurze Zeit vorübergehend in Friedrichsdorf und Spexard in den Notunterkünften leben.

Für das laufende Jahr geht die Verwaltungsspitze von bis zu 1600 Zuweisungen aus, 600 mehr als 2015, weil die Notunterkünfte nicht mehr angerechnet werden. „Das ist eine große Herausforderung“, sagte Schulz.

Jeweils 190 Plätze will die Stadt in den Sporthallen Spexard (ab Februar) und Friedrichsdorf (ab April) schaffen. Dort sollen wie schon an der Hauptschule Nord und am Carl-Miele-Berufskolleg Holzboxen eingebaut werden. 20 Plätze lassen sich laut Verwaltung monatlich bei Hauseigentümern neu anmieten.

Außerdem sollen jetzt zusätzlich zu den drei schon bekannten Standorten Holzheide, Ellernhagen und Hopfenweg (für insgesamt 180 Menschen) sieben weitere mit Containern oder Holzbauten belegt werden für weitere 524 Schutzsuchende. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Unterkünfte bis zum Sommer zur Verfügung stehen. Damit wären alle Flächen im Eigentum der Stadt womöglich für Jahre belegt.

In der Rahmenplanung werden voraussichtlicher Bedarf und Kapazitäten im Jahresverlauf gegenübergestellt. Darin wird davon ausgegangen, dass ab September monatlich an die 100 Plätze in freigezogenen Wohnungen der Briten hinzukommen. Allerdings wisse man noch nicht, wie sie in die Obhut der Stadt kämen und ob eine Anmietung bei privaten Eigentümern gelinge, räumte die Erste Beigeordnete Christine Lang ein. Für die Neubauten gebe es keine Förderung des Landes.

Ziel ist es laut Verwaltungsvorstand, Sporthallen so bald wie möglich wieder freizuziehen oder gar nicht erst zu belegen. In der Rahmenplanung tauchen die Anne-Frank- und die Janusz-Korczak-Gesamtschule nicht auf. Auch den Ankauf weiterer Immobilien schließt die Verwaltung nicht aus.

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