Bier-Profitipps von der Weltmeisterin
Bild: Christ
Beim Zapfen im Bürgerhaus: (v. l.) Michael Hoffmann und Alfred Thies (beide vom Greffener Bürgerverein), Bierbrauer Jochen Kell sowie Zapfmeisterin Karin Schwarzenberg.
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 „Am wichtigsten ist eine feste Schaumkrone“, beschwört Karin Schwarzenberg. Dass ein gutes Bier laut Volksmund sieben Minuten braucht, sei hingegen ein weit verbreiteter Mythos: „Aber ein bisschen Zeit muss man dem Bier schon geben, damit es seine ganzen Aromastoffe entfalten kann. Man trinkt am besten aus Weingläsern oder großen Schwänkern.“ Bei sieben bis neun Grad sei die ideale Trinktemperatur erreicht. Expertentipp beim Zapfen: Nie den Hahn ins Bier eintauchen, das verursacht Keime. Bis 2016 arbeitete Karin Schwarzenberg in der Gastronomie und brachte dem Personal dort als externe Prüferin bei, wie man Biere am besten zapft. Inzwischen bezeichnet die Paderbornerin das Ganze als ihr leidenschaftliches Hobby. 40 Bierseminare leitet sie im Jahr, in Zukunft will sie den Aufwand reduzieren. „Mit den Greffenern treffe ich mich aber weiterhin“, verspricht Schwarzenberg.

Köstliches mit „Wilde Hilde“

Alfred Thies vom Bürgerverein kennt Karin Schwarzenberg schon lange und lud sie 2013 erstmals nach Greffen ein. Seitdem steigt im Ort immer am ersten Freitag im November das Bierseminar im Bürgerhaus. Diesmal kam auch Jochen Kell, Braumeister aus der Brockhagener Braucherei Sandforth. Kell brachte zur großen Freude der gut 50 Gäste sein handgemachtes Bier mit. Das Sandforth-Pils hat eine trübe Farbe – im Gegensatz zu Industrieprodukten der großen Marken. Denn Jochen Kell filtert sein Produkt weder, noch pasteurisiert er es: „Es ist auch so lange genug haltbar. Ich fahre es ja nicht quer durch die Republik.“ Für die jährlichen 20 000 bis 25 000 Liter hat die Brauerei Sandforth Abnehmer in der Region. Sechs Wochen lang dauert der Brauvorgang, danach ist das naturtrübe Bier kühl gelagert problemlos drei bis vier Monate genießbar. Die Greffener mögen das Pils. „Naturtrübes Bier aus kleinen Brauerein schmeckt am besten“, befindet auch Karin Schwarzenberg. Es gab sogar das passende Essen: Bierburger mit karamellisierten Zwiebeln, die zuvor in „Wilde Hilde“ eingelegt wurden. „Ein leckeres Dunkelbier“, erklärt Schwarzenberg. Die dunkle Färbung kommt durch einen erhöhten Malzanteil zustande. Während es sich die Gäste schmecken ließen, erzählten Karin Schwarzenberg und Jochen Kell Wissenswertes rund ums Bier. Im kommenden Jahr plant der Bürgerverein, das Bierseminar direkt in der Brauerei Sandforth abzuhalten. „Die haben einen tollen, gemütlichen Gastraum“, weiß Michael Hoffmann vom Vorstand des Bürgervereins.

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