Claas-Maschinen denken bei der Ernte mit
Bild: Scheffler
Die neueste Technik von Claas schaute sich NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin direkt im Führerhaus einer intelligenten Erntemaschine an und erhielt Infos von Produktmanager Florian Kreis.
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Sie übertragen Daten und stimmen sich im laufenden Ernteprozess untereinander ab. Die Fahrer nutzen Tablets mit ständig aktualisierten Darstellungen der Erntevorgänge und tauschen sich per Mobilfunk aus. „Die Steigerung der Produktivität beträgt etwa 15 Prozent“, sagte gestern Florian Guber von T-Systems bei der Präsentation des Projekts Farming 4.0. Claas hat die Deutsche Telekom als Partner ins Boot geholt um das Konzept Industrie 4.0, mit dem in erster Linie die Informatisierung der Fertigungstechnik vorangetrieben werden soll, in die Landwirtschaft umzusetzen.

 Getestet worden sei das System der vernetzten Maschinen in der Praxis bei der Erntearbeit bereits vor zwei Jahren und im vorigen Sommer intensiv, berichtet Florian Kreis. Während er für das Produktmanagement verantwortlich zeichnet, leitet Dr. Christian Rusch das Projekt Farming 4.0.

Wie im Fünf-Sekunden-Takt auf den Feldern von Sachsen-Anhalt die Claas-Erntemaschinen miteinander „redeten“, stellte sich in etwa so dar: Der Mähdrescher weiß, wann der Korntank voll ist, und ruft automatisch über das LTE-Netz der Deutschen Telekom den Traktor mit Überladewagen. Der kennt das Gelände sowie alle Maschinenstandorte und sucht sich den besten Weg zum Mähdrescher. Dieser wiederum ändert seine Strategie, weil er Wetterdaten empfangen hat, die besagen, dass es in drei Stunden regnen wird. Und der Mensch? „Der wird entlastet“, sagt IT-Fachmann Guber.

„Beispielgebend“

„Wir haben das Smartphone für Landmaschinen entwickelt“, weist Christian Rusch auf das Kommunikationsmodul im Führerhaus hin: das Toughpad. Beeindruckt davon zeigt sich auch der Minister aus Düsseldorf. „Die ständige Kommunikation zwischen Maschinen ist keine Zukunftsmusik, sie ist schon da“, so Garrelt Duin. „Da ist nur die Frage, machen wir es oder andere. Besser, wir machen es“, bezeichnete der Wirtschaftsminister den eingeschlagenen Weg von Claas als „beispielgebend“.

 Dafür gibt es am kommenden Mittwoch auf der Messe CeBIT in Hannover, wo bekanntlich IT-Trends gesetzt werden, einen Preis. Die Kooperationspartner Claas und die Deutsche Telekom werden im bundesweiten Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet.

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