Informationsbedürfnis ist groß
Bild: Poetter
2019 werden voraussichtlich mehr Kinder aus Greffen eingeschult als an Plätzen an der dortigen Grundschule zur Verfügung stehen. Damit keine Erstklässler mit dem Bus nach Harsewinkel fahren müssen, fordert die CDU die Einrichtung einer zweiten ersten Klasse.
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Sie wollten sich von der Verwaltung, auf Antrag der CDU-Fraktion, über die zu erwartenden Schülerzahlen des Jahrgangs 2019/2020 und die damit verbundene Problemsituation informieren zu lassen. Weil so viele Eltern gekommen waren, zog der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, Reinhard Hemkemeyer (SPD), den Tagesordnungspunkt vor. In einer kritischen Stellungnahme stellte CDU-Mitglied Pamela Westmeyer klar, dass sich ihre Fraktion nicht richtig informiert fühle. „Man hat uns im Vorfeld unserer Zustimmung zur Einrichtung einer Verbundschule hinters Licht geführt und falsche Zahlen geliefert“, kritisierte sie und sprach davon („Rolle rückwärts“), die Entscheidung zu korrigieren. Greffen sei ein aufstrebendes Dorf und habe das Potenzial für eine leistungsfähige Grundschule. Ihre Bitte an die Verwaltung sei, den Dialog mit den Eltern alsbald aufzunehmen und Lösungen („Die Kinder sollen nicht gefahren werden“) zu erarbeiten.

Den Grundschulverbund in Frage stellen wollte Manuel Feuss (SPD) dagegen nicht. „Es bringt nichts, in Panik zu verfallen“, sagte er und empfahl, nicht abzuwarten, sondern aktiv zu werden. Auch für seine Partei gelte das Motto „Kurze Beine – kurze Wege“. Eine Einschätzung, der sich auch Vera Dogerloh (UWG) anschloss: „Wir müssen alle Möglichkeiten aufzeigen, um die Situation zu ändern.“ Der Vorwurf, hinters Licht geführt worden zu sein, sei abwegig, konterte Silvia Lobert von der Verwaltung. „Die Einschulungsprognose ist schwierig und ein fortlaufender Prozess“, sagte sie und empfahl, die Schülerzahlen zu beobachten. Das sah auch Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) so. „Das Problem ist unabhängig von der Verbundschule. Die Schuldfrage ist müßig.“ Im Übrigen stelle nicht die Kommune die Lehrer ein. Dabei gelte eine Klassenrichtzahl. „Ich kann ihnen weder Planungssicherheit noch eine rechtsverbindliche Auskunft geben“, so Sabine Amsbeck-Dopheide. Ausführungen, die Schulrat Arndt Geist sachlich vertiefte. Er zeigte die aktuelle Rechtslage auf, die dem Grundschulverband zum 1. August 2019 die Einrichtung von drei Einschulklassen zugesteht. „Eine kleine Schule, die auf eigenen Füßen steht, hat ein pädagogisches Problem“, riet er vor einer Rolle rückwärts ab. Ein Verbund habe Vorteile empfahl Geist langfristiges Denken. Die Verwaltung wurde beauftragt, zu einer Informationsveranstaltung einzuladen und alle beteiligten Eltern in Greffen und Harsewinkel sowie die Schulgremien zu beteiligen.

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