Caritas warnt vor perfider Betrugsmasche
Bild: Schäfer
Ein Senior, der die Caritas-Tagespflege in Herzebrock besucht hat, ist im Anschluss an den Aufenthalt Opfer eines Betrugsversuchs geworden.
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Jetzt warnt die Caritas Gütersloh „dringend vor mutmaßlichen Betrügern, die sich als Caritas-Mitarbeiter ausgeben und aktuell versuchen, alte Menschen um ihr Geld zu bringen“. Dies sagte Ursula Düpjohan, stellvertretende Leiterin der Tagespflege, der „Glocke“.

Die Vorgehensweise war perfide. Die Caritas schildert den Vorfall so: Der alte Mann habe die Betreuungsstätte besucht und sei anschließend nach Hause gebracht worden. Kaum sei der Fahrer weggewesen, habe ein mit einer roten Jacke bekleideter Mann an der Haustür des Seniors geklingelt. Er habe gesagt, er sei von der Caritas und müsse sich die Pflege-Unterlagen des Mannes anschauen. Aufgrund der roten Jacke, die für die Caritas typisch ist, habe der stark sehbehinderte alte Mann den Besucher tatsächlich für einen Caritas-Mitarbeiter gehalten, habe ihn eintreten lassen und ihm die Unterlagen überreicht. Erst als dieser auch nach Kontoauszügen und der EC-Karte gefragt habe, sei der Senior stutzig geworden.

Geistesgegenwärtig habe der Herzebrocker geantwortet, dass er erst „seinen Schwiegersohn dazubitten müsse, der im gleichen Haus wohne und gerade auf der Terrasse sei“, berichtet Ursula Düpjohan. Daraufhin sei der Besucher aus dem Haus geeilt. „So etwas ist uns noch nie passiert“, ist sie entrüstet, dass Hilfsbedürftige derart angegangen würden. „Die Tochter des Opfers hat den Vorfall bei der Polizei angezeigt“, erläutert die stellvertretende Tagespflege-Leiterin weiter.

Der Caritasverband für den Kreis Gütersloh warnt in einer Mitteilung dringend davor, „auf entsprechende Kontakte an der Haustür einzugehen“, und weist darauf hin, dass die Caritas mit dem geschilderten Vorgehen nichts zu tun habe. „In einem Schreiben haben wir die Senioren und ihre Angehörigen über den Vorfall informiert“, betonte die Koordinatorin der Caritas-Tagespflege, Barbara Steinweg. „Das war eine massive Bedrohung“, stellt sie fest.

Der Verband rate zur Vorsicht. Ihr zufolge sind die Caritas-Mitarbeiter angehalten worden, ihre rote Caritas-Jacke mit Namensschild zu tragen und den Caritas-Mitarbeiterausweis bereitzuhalten. Bei Unsicherheiten sollten die Senioren lieber einmal mehr als zu wenig nachfragen, mit wem sie es zu tun hätten.

Die Polizei Gütersloh ruft mit Blick auf den versuchten Betrug eines Seniors, der die Tagespflege der Caritas in Herzebrock besucht hatte und im Anschluss daran zu Hause von einem Mann, der sich als Caritas-Mitarbeiter ausgegeben hatte, belästigt wurde, zu erhöhter Wachsamkeit auf. „Wir kennen diese Arten des versuchten Betrugs. Ob dubiose Telefonanrufe, Haustürgeschäfte oder ähnliches – diese Betrugsmaschen kommen leider immer wieder vor“, sagte Polizeisprecherin Corinna Koptik. „Wir warnen eindringlich vor Haustürgeschäften und empfehlen daher, immer misstrauisch zu sein“, betonte sie. Sollte Bürgern irgendetwas verdächtig vorkommen, sollten sie die sofort Polizei informieren.

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