Fürs Babysitten gibt es viele Regeln
Bild: Christ
Zehn Mädchen und ein Junge wissen jetzt, worauf es beim Babysitten ankommt, denn sie nahmen unter Leitung von Jutta Heitmann-Ewerszumrode (hinten Mitte) im Kreisfamilienzentrum an einem Ferienkursus teil.
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Das alles lernten die elf Jungen und Mädchen im Ferienkursus bei Jutta Heitmann-Ewerszumrode. Der erste Eindruck zählt, wenn der Babysitter das Kind kennenlernt. Jutta Heitmann-Ewerszumrode empfiehlt, auf das Kind zuzugehen und von Anfang an Achtung zu schenken: „Augenkontakt macht es möglich, dass sich jemand angesprochen fühlt. Das Kind muss auf den Babysitter zukommen können. Deswegen müssen Freundschaft und Vertrauen aufgebaut werden.“ Geduld sei eine der Voraussetzungen, um als Babysitter zu arbeiten, erklärt die Referentin.

Zehn Mädchen und ein Junge nahmen an dem Ferienkursus im Kreisfamilienzentrum im Herzebrocker Zumbusch-Haus teil. Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde, Jutta Duffe, koordiniert diesen Lehrgang – in diesen Herbstferien allerdings zum letzten Mal. Jutta Heitmann-Ewerszumrode arbeitet als Beraterin bei der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung und Familienbildung. Sie leitet den Ferienkursus für Babysitter seit zwölf Jahren. Vor etlichen Jahren nahm sogar ihre eigene Tochter daran teil. „Es ist wohl noch unklar, wer die Aktion in Zukunft organisiert“, sagt die Seminarleiterin.

 Die 12- bis 14-Jährigen Jugendlichen hörten gespannt zu und mussten erklären, worauf es in gewissen Situationen ankommt. Vieles kann und muss im Vorfeld geklärt werden, etwa wie Essens- und Schlafenszeiten einzuhalten sind oder ob das Kind Fernsehen schauen darf. „Diese Familienregeln müssen eingehalten werden“, betont die Referentin und gibt mit auf den Weg: „Ihr dürft Büros oder private Räume nur dann betreten, nur wenn das ausdrücklich erlaubt wurde.“ Ein weiterer Hinweis: „Klingelt es an der Tür, sollte nicht aufgemacht werden.“

 Der sechsstündige Lehrgang beinhaltete theoretische Aspekte und praktische Teile. In einem Rollenspiel lernten die Nachwuchs-Babysitter, wie sie in Alltagssituationen reagieren können. Quengelt das Kind beispielsweise und möchte ein Eis oder Süßigkeiten haben, muss ein Babysitter hart bleiben. „Die Absprachen mit den Eltern müssen eingehalten werden“, erklärt Jutta Heitmann-Ewerszumrode energisch.

 Nach dem Kursus müssen die Babysitter mit ihren Eltern noch ein paar rechtliche Vorschriften durchgehen. In Sachen Haftpflicht oder Unfallversicherung müssen die Familien bei der Versicherung anrufen und mitteilen, dass sich eine Person für die Betreuung im Haushalt aufhält.

 Nun können die Babysitter mit ihrem Zertifikat loslegen. Kontakte lassen sich über Pinwände im Supermarkt, über Kindergarten oder mittels der Babysitterkartei im Kreisfamilienzentrum knüpfen.

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