Im Gefolge der Meute unterwegs
Bild: Darhoven
Immer nah an der Cappenberger Meute zeigten sich die Reiter der Schleppjagd, bei der die Hunde einer Spur aus Heringslake durch das Gelände folgten. Zum 47. Mal hatte der Reit- und Fahrverein Herzebrock-Rheda zu der Veranstaltung eingeladen.
Bild: Darhoven

93 ambitionierte Freizeit-, und Turnierreiter aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf, aus Paderborn, Nürnberg, Oldenburg und Wuppertal nahmen teil. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Spektakel über die 18 Kilometer lange Strecke, denn bei der Pflege der Tradition ging es im geselligen Miteinander für Mensch und Pferd im Galopp über Stock und Stein. Und das möglichst nahe im Gefolge der mehr als 25 Foxhounds der Cappenberger Meute. Teilnehmer, die mehr als zehnmal an Schleppjagden teilgenommen haben, waren am roten Jagdrock zu erkennen. Die Signale kamen von den Mitgliedern des Jagdhornbläserkorps Hubertus Wiedenbrück und den Bläsern aus Herzebrock-Clarholz. Nach einem westfälischen Frühstück mit rund 150 Teilnehmern machte sich die Gesellschaft auf den Weg. Vorab dankte Jagdherrin Cornelia Funke aus Herzebrock-Clarholz, die nicht nur als zweite Vorsitzende des Cappenberger Schleppjagdverein aktiv ist, sondern auch dem Reit-und Fahrverein Herzebrock-Rheda angehört, allen ehrenamtlichen Beteiligten für deren Einsatz. Der Vorsitzende des Cappenberger Schleppjagdvereins und Huntsmann, Stefan Geldsetzer aus Remscheid, freute sich, mit Cornelia Funke eine „echte Freundin der Jagdreiterei“ gefunden zu haben. Bei der aus England stammenden Reiterei wird nicht lebendiges Wild gejagt. Das ist in Deutschland seit 1934 verboten.

Vielmehr stand die reitsportliche Herausforderung, mit dem Pferd im Galopp durchs Gelände zu jagen, nach Können und Belieben Hindernisse zu überspringen und möglichst nicht die Hundemeute aus dem Blick zu verlieren, im Vordergrund. Die agilen Hunde, die drauf abgerichtet sind, keinerlei Wild zu jagen, verfolgten mit viel Eifer und Gebell eine von Fährtenleger Christoph Stecker querfeldein ausgelegte Heringslake. Dazu hatte Christoph Stecker links und rechts am Sattel seines Pferds zwei kleine Kanister, in denen sich die Lake befand. Die Schleppjagd umfasste Feldstücke, Waldpassagen, Wiesengebiete und mehr als 30 natürliche und feste Jagdhindernisse. In vier geführten Gruppen, sogenannten Jagdfeldern, konnten die Teilnehmer ihrem reiterischen Können freien Lauf lassen. Interessierte Zuschauer wurden in einem gesonderten Tross zu gut einsehbaren Punkten chauffiert, von wo aus das reiterliche Spektakel sicher zu beobachten war.

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