Publikum lässt sich von Sangesfreude anstecken
Bild: Heumüller
In der gut besuchten St.-Christina-Kirche gestalteten der Rainbow-Gospelchor der evangelischen Kirchengemeinde und der Kirchenchor St. Christina ein gemeinsames Konzert mit dem Titel „Lebenslieder – Glaubenslieder“.
Bild: Heumüller

Er hat es wohl nicht so beabsichtigt, aber mit der Veröffentlichung seiner 95 reformatorischen Thesen am 31. Oktober 1517 hat der Augustiner-Mönch und Theologie-Professor Martin Luther eine Bewegung angestoßen, die tiefgreifende kirchen- und weltgeschichtliche Bedeutung gewann. Das Ereignis jährt sich nun zum 500. Mal. Aus diesem Anlass hatte der Ökumenische Arbeitskreis Kirchenmusik in Herzebrock zu dem Konzert in die St.-Christina-Kirche eingeladen.

„Lebenslieder – Glaubenslieder, Musik, die begeistert“ lautete der Leitgedanke. Getragen wurde das Konzert vom Rainbow-Gospelchor unter der Leitung von Sebastian Wewer und vom Kirchenchor St. Christina mit Kantor Siegfried Buske an der Spitze. Wewer und Buske begleiteten die Chorgemeinschaft auch wechselseitig und gemeinsam am E-Piano.

Es sollte ein Konzert nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Mitmachen werden, waren sich die Veranstalter einig. Angesteckt von der Begeisterung und Sangesfreude der Ausführenden, ließen sich die Besucher denn auch nicht lange bitten. Sie stimmten ein ums andere Mal in die frischen Lieder und Gospelgesänge ein. Als besonders gelungene Gemeinschaftsaktion von Chören und Zuhörern seien drei der wohl bekanntesten Gospels überhaupt hervorgehoben: „He’s got the whole world in his hand“, „Go! Tell it on the mountains“ und „Rock my soul in the bosom of Abraham“. Der Clou: Die drei Stücke wurden nicht nur nacheinander und wechselseitig gesungen, sondern auch noch synchron, wodurch sich eine ausgesprochen lebhafte Wirkung entfaltete.

Ganz im Kontrast dazu durfte ein Stück wie „Schau auf die Welt“ von John Rutter nicht fehlen. Der Kirchenchor ließ dabei erahnen, warum sich der zeitgenössische englische Komponist bei Chören und Zuhörern großer Beliebtheit erfreut. Dabei wusste Bariton Josef Wöstmann als Solist mit schlichtem Ausdruck den besinnlichen Charakter des Chorsatzes zu betonen.

„Vater unser, der du Liebe bist“ wies auf den Ausklang hin. „Sei behütet auf deinen Wegen“ lautete die Bitte um Segen, den Pastor Heckel spendete. Natürlich musste noch eine Tutti-Zugabe her: „Get on board, little children“ aus dem traditionellen afro-amerikanischen Spiritual „The Gospel Train“ gab’s als Extra-Bonbon.

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