Zweiter Platz für Johannes Kriesche
50 Exponate waren in die Vorauswahl für den Kunstpreis Worpswede gekommen. Den zweiten Platz belegte schließlich der gebürtige Herzebrocker Künstler Johannes Kriesche mit seiner Arbeit Lichttempel.

Kürzlich fand die Preisverleihung im Motorrad- und Automobilmuseum PS-Speicher in Einbeck statt. Johannes Kriesche freute sich über die Anerkennung und Würdigung seiner Arbeit, die mit einer Dotierung in Höhe von 2500 Euro einhergeht und jetzt im Kontext mit weiteren ausgezeichneten Werken in einer Ausstellung in dem Automuseum zu sehen sein wird. 1959 in Herzebrock geboren, hat Johannes Kriesche später unter Professorin Inge Höher in Bielefeld Malerei studiert. Es folgte ein Aufenthalt in Rom über mehrere Jahre. Vor gut 21 Jahren zog der Künstler nach Frankfurt um. Dort und in Offenbach arbeitet der 58-Jährige in seinen Ateliers. Er fertigt Lichtinstallationen, Grafiken, Collagen oder Linoldrucke. Vor drei Jahren erhielt er mit dem „Offenbacher Löwen“ einen Kunstförderpreis. Für den Kunstpreis Worpswede ging Johannes Kriesche mit der Werkreihe Lichttempel ins Rennen. Sie besteht aus Arbeiten auf Leinwand oder Holz, die mit einer Paraffinschicht überzogen werden.

Zu den Bildern existiert eine Erläuterung aus der Feder von Dr. Peter Joch, Direktor der Kunsthalle Darmstadt. In seinen Streifzügen mit Tankstellen nehme Johannes Kriesche die werbewirksame Reizüberflutung programmatisch zurück, zeige abgedämpfte Bilder von Bildern: Er male nach Fotografien und überdecke die Gemälde mit einer zentimeterdicken Schicht Paraffin. Dadurch entstehe ein abgeschattetes Nachtreich, das sich der Erfassung entziehe. So nutze der Künstler die profanen „Tempel“ der Neuzeit, um die Nacht als Zeit der Rätsel und Geheimnisse erscheinen zu lassen, sie ohne jedes Pathos wieder zu romantisieren. Durch die Paraffin-Schicht markiere er eine kreative Distanz zur grellen Konsumwelt. Weitere Informationen unter www.johannes-kriesche.

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