Bibelgarten ein Fall für’s Ideenarchiv
Bild: Nienaber
Noch schmückt eine wild wuchernde Zwischenbepflanzung die vier Beete rund um das Buchsbaumlabyrinth auf dem Alten Friedhof an der Hauptstraße. Was der Fläche demnächst blüht, steht noch nicht Fest. Einen Bibelgarten wird es dort jedenfalls nicht geben. 
Bild: Nienaber

Die Pläne sahen vor, auf dem Gelände des Alten Friedhofs eine Erlebnispflanzung einzurichten, die als Besuchermagnet wie auch als Rückzugsort im Grünen dienen solle. Bereits im April hatten sich Politik und Verwaltung über mehrere ungeklärte Punkte gestritten, die vor allem die Frage nach der Pflege der 2000 Pflanzen in 130 verschiedenen Arten aufgriffen. Zwar bemühte sich Planer Lorenzen, der am Donnerstag an der Sitzung des Gremiums teilnahm, Missverständnisse und Kritikpunkte aus den Weg zu räumen. Gegen die Vielzahl an Einwendungen, die vor allem von Seiten der CDU-Fraktion kamen, konnte der Blomberger aber nicht gegenargumentieren.

Die Christdemokraten stoßen sich vor allem an der Tatsache, dass es der Rathausmannschaft und insbesondere Bürgermeisterin Susanne Mittag nicht gelungen sei, ein nachhaltiges Pflegekonzept für die vier Beete zu erstellen. „Wir fühlen uns nicht ernst genommen. Der Auftrag war klar“, kritisierte CDU-Ratsherr Jürgen Adolf. „Ein verbindliche Zusage von Ehrenamtlichen zu bekommen, dass diese den Bibelgarten ab 2019 regelmäßig pflegen, wird zu diesem Zeitpunkt nicht gelingen“, räumte Susanne Mittag ein. Da helfe es auch nicht, dass Halke Lorenzen seine kostenlose Unterstützung und Anleitung in Aussicht stelle. Dennoch wolle man an der Sache dran und auch weiterhin in Gesprächen mit den Kirchengemeinden ob einer möglichen Beteiligung bleiben, betonte das Gemeindeoberhaupt.

Zwar nicht mit einem Pflegekonzept in der Tasche, dennoch mit einer Backup-Lösung, wie sie es nannte, versuchte die Verwaltungschefin, die Realisierung „des für den Ortskern so schönen und wichtigen Projekts“ doch noch zu ermöglichen. Eine denkbare Möglichkeit wäre es ihrer Ansicht nach, für die Pflege eine 450-Euro-Kraft zu beschäftigen. Den Pflegeaufwand schätzte Halke Lorenzen auf rund drei Stunden pro Woche. Hochgerechnet würde dies im Jahr ein Budget von etwa 2000 Euro ausmachen.

Letztlich ließen sich die Mitglieder des Gremiums mehrheitlich nicht von dem Vorschlag der Verwaltung überzeugen. Mit sechs Jastimmen und ebensovielen Neinstimmen bei zwei Enthaltungen stimmten die Bürgervertreter fraktionsübergreifend gegen das Projekt. Was nun mit der insgesamt 270 Quadratmetern großen Beetfläche passieren soll, steht noch nicht fest. Eine Förderung, wie es sie für die Umsetzung des Bibelgartens gegeben hätte, ist jedoch nicht mehr zu erwarten.

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