Chor gehört noch nicht zum alten Eisen
Archivbild: Wieneke
Der MGV Langenberg 1857 feiert seinen 160. Geburtstag. Aus diesem Anlass lädt der älteste musiktreibende Verein in der Gemeinde zu einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Konzert am Sonntag, 15. Oktober, um 16 Uhr in die Langenberger Mehrzweckhalle ein.  
Archivbild: Wieneke

Die Geschichte des Männerchors nimmt im Jahr 1857 im 1400 Einwohner zählenden Dörfchen Langenberg ihren Beginn. Vikar Heinrich Bortefeld lädt damals zu Chorstunden in die Vikarie am Kirchplatz ein. 19 Männer, die sich für den mehrstimmigen Gesang begeistern, werden aktiv. Am 15. Februar wird der erste Verein des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in der Gemeinde gegründet. Vorsitzender ist Stefan Rosenthal.

Zu Pfingsten und Weihnachten singen die Männer in der Pfarrkirche, später auch in der sonntäglichen Frühmesse. Schnell ist der Gesang des Chors auch bei gesellschaftlichen Anlässen und bei Beerdigungen gefragt. 1962 wird Hermann Brinkmann Leiter. Mit ihm gestaltet der MGV Sonntagsgottesdienste mit vierstimmigen Chorälen und lateinischen Messen. Erstes Vereinslokal wird der Gasthof Brill. Seit 1894 pflegen die Sänger die Tradition des Osterweckrufs bei Wind und Wetter. Dieser stammt aus der Feder des Wiedenbrücker Stadtmusikers August Holle. Nur einmal ist der Osterweckruf ausgefallen – zur Sicherheit der Sänger zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945. Zur 50-Jahr-Feier 1907 reisen mit Sonderzügen 16 Gesangvereine nach Langenberg.

Doch ein Sturm hatte in der Nacht vor dem Fest die Zeltplane zerrissen. Schneider und Näher aus der Gemeinde machen das Unmögliche möglich: Das Jubiläum kann stattfinden. Der Erste Weltkrieg reißt eine Lücke in den Chor – 13 Sänger fallen an der Front. Dirigenten sind 1910/11 Hubert Vössing, Kaspar Kahmen bis 1924 und danach Konrad Lohmann. Unter ihm gibt es viele Konzerte und die Sängerzahl steigt von 24 auf 40.

Sänger werden zum Kriegsdienst eingezogen

Der Dirigentenstab wandert 1932 an Gottfried Bendemacher, der drei Jahre später verstirbt und in Heinrich Busch für vier Jahre einen Nachfolger findet. Während des Zweiten Weltkriegs stellt sich Konrad Lohmann dem Chor erneut zur Verfügung. Viele Sänger werden zum Kriegsdienst eingezogen. Die Gesangsarbeit kann jedoch aufrechterhalten werden. Der Wiedenbrücker Musiklehrer Hans Plücks führt in den Nachkriegsjahren die Chorarbeit fort, bis 1948 der in Langenberg tätige Lehrer Eberhard Sukany den Dirigentenstab übernimmt. Er bringt den MGV wieder dorthin, wo er zuvor stand. Dazu verstärkt Sukany die Stimmbildung und nimmt die weltliche Musik in seine Arbeit auf.

Im Mittelpunkt des Geburtstagskonzerts des Meisterchors am Sonntag, 15. Oktober, um 16 Uhr in die Langenberger Mehrzweckhalle steht das Thema „Lied“. Mit von der Partie ist der Kammerchor Stromberg. Beide werden vom Stromberger Kirchenmusiker, Pädagogen und Dirigenten Wilfried Thorwesten geleitet. Marion Woeste mit ihrem strahlenden Sopran und die Gütersloher Pianistin Larissa Heidebrecht bereichern den Konzertnachmittag. Es erklingen Werke in verschiedenen Bearbeitungen.

Da gesellt sich ein Shanty ebenso zu einem achtstimmigen Cluster wie auch zu einer unterhaltsamen „Vogelhochzeit“, die nicht nur Anleihen bei Mendelssohn macht, sondern auch Jazz-Elemente mit einbezieht. Variantenreich wird der Herbst mit dem „Bunt sind schon die Wälder“ besungen, und auch der Spiritual „Nobody knows“ kommt authentisch herüber. Kompositionen wie Esenvalds „Only in Sleep“ und weitere Liedbearbeitungen des Kammerchors spiegeln die Bandbreite dessen wider, was man sich unter „meisterlich“ vorstellen kann. Karten für das Konzert „Liederliches meisterhaft“ sind bei den Chorsängern, Leiter Thorwesten und dem MGV-Vorsitzenden Karl-Eugen Weweler, w 05248/820147, im Vorverkauf für zehn Euro sowie an der Tageskasse erhältlich.

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