Lieder über die Liebe und Herzschmerz
Bild: Inderlied
Rollentausch: Ausnahmsweise als Frontfrau der Band „John Blek & the Rats“ fungierte die charmante Irin Anna Mitchell bei ihrem jüngsten Gastspiel im Langenberger KGB. Sie präsentierte in dem ehemaligen Güterbahnhof eine infizierende Mischung aus Folk, Country und Americana.  
Bild: Inderlied

Denn als Anna Mitchell die Bühne betritt und die ersten Töne am Keyboard spielt, reibt sich manch einer verwundert die Augen. Ja, tatsächlich: Diese Frau mit lockigem Haar und kräftiger Stimme war vor Kurzem schon einmal in Langenberg zu Gast. Damals spielte Anna Mitchell in der Band von „John Blek & the Rats“ und unterstützte die Gruppe als Solokünstlerin im Vorprogramm. Jetzt ist die Frau aus Cork wieder in Langenberg. Mit derselben Band, dieses Mal aber als Frontfrau. „Es ist spannend, wie unterschiedlich eine Band spielen kann, wenn der Sänger ein anderer ist“, sagt Anja Vielstedde vom „Musikzehner“. 

Dieser Tage erscheint das zweite Album, das ihren eigenen Namen trägt, im Langenberger Musiklabel Tonetoaster. „Es ist eine gute Mischung aus eher ruhigen und rockigen Nummern“, erklärt Label-Gründer Michael Langewender. An diesem Mittwochabend passt ihre Musik vom neuen und ihrem ersten Album vom ersten Ton an perfekt zum urigen Gemäuer des alten Güterbahnhofs. Ein bisschen kräftig, aber voller Seele und mit dem traditionellen Charakter der irischen Folkmusik verbandelt, zieht Anna Mitchell die 75 Gäste schnell in ihren Bann.

War der Rhythmus bei „John Blek & the Rats“ noch druckvoll und fordernd, umschmeicheln die immer noch rockigen Töne diesmal die andere Gehirnhälfte. Es ist zurückhaltender, melodischer und irgendwie weiblicher, was die Irin auf der Bühne mit ihrer Band zu Gehör bringt. Eine infizierende Mischung aus Folk, Country und Americana. Hin und wieder schwingt das Tanzbein bei aller Melancholie mit. Dazu passend die Texte, die mal von Fernweh, öfter mal von der Liebe, aber immer von den Irrungen und Wirrungen des Lebens handeln. „Sie nehmen einen mit auf eine ruhige Reise“, fasst Anja Vielstedde die Musik in Worte.

„Man fühlt sich den ganzen Abend über geborgen sowie geschützt und kann den Alltag vergessen.“ Im Vorprogramm stimmte übrigens Dylan Howe am Keyboard das Publikum ein. Mit seiner interessanten Stimmlage entführte der Musiker aus Irland in die futuristische Atmosphäre des Space-Folks. Mit seinem Auftritt qualifizierte sich Howe dafür, zurück nach Langenberg zu kommen. Vielleicht dann auch mit eigener Band?

SOCIAL BOOKMARKS