Mit offenen Augen durch die Welt
Bild: Inderlied
Mit kräftiger Stimme und gefühlvollen Songs zog der Singer-Songwriter Matze Rossi seien Zuhörer am Donnerstagabend im Langenberger Kulturgüterbahnhof in seinen Bann.
Bild: Inderlied

Eine Gitarre, Verstärker, ein Mikrofon: Viel benötigte Matze Rossi nicht, um die Zuhörer mit seiner Musik in seinen Bann zu ziehen. Sogar auf aufwendige Lichtspiele verzichtete der Mann aus Schweinfurt, der mit bürgerlichem Namen Matthias Nürnberger heißt. Die brauchte er auch nicht, denn mit seinen intensiven gefühlvollen, aber keinesfalls schmalzigen Texten, und einer Stimme, die unter die Haut geht, fand Rossi schon nach wenigen Klängen den Weg in den Gehörgang.

Und dort ist er auch nicht so schnell wieder rauszubekommen. „Der Matze weiß es nicht“, sagte Anja Vielstedde vom Verein Musikzehner als sie den den Auftritt ankündigte, „aber wir fahren oft gemeinsam Auto“. Natürlich nicht Seite an Seite, sondern eher im übertragenen Sinn, wie so vieles bei der Musik von Matze Rossi. Denn bei dieser könne man wunderbar abschalten. „Man hat ganz andere Dinge im Kopf.“ Überhaupt sei Rossi „eine ganz besondere Art von Mensch“, wie Anja Vielstedde beschrieb: „Er liebt seine Musik mit ganz besonderen Texten. Bei ihm geht es nicht nur um Liebe und Herzschmerz.“ Rossi, der jeden Tag für anderthalb Stunden meditiert, gehe mit „offenen Augen durch die Welt und stößt auf die Kleinigkeiten des Lebens“.

Davon erlebt er mehr als genug: Der Vater von drei Kindern hat ein eigenes Label, eine zweite Band, arbeitet als Dozent an einer Fachakademie für Sozialpädagogik und ist zudem Yogalehrer.

Das, was Rossi besingt, hat er auch selbst erlebt. Da bleibt es nicht aus, dass seine kräftige Stimme auch Emotionen weckt. Richtig unter die Haut ging das Lied „Geister“. „Ich will alles geben um ein guter Geist zu werden, dann bringe ich zu Ende, was nicht zu schaffen war im Leben, und die, die es verdienen, werden von mir heimgesucht.“ Der dreifache Vater schrieb den Text, nachdem sein kleiner Sohn ihn fragte, ob wir alle eines Tages sterben müssen.

Die intime Atmosphäre im Kulturgüterbahnhof tauchte diese tiefgründigen Texte in einen besonderen Rahmen. Locker plauderte Rossi zwischen den Songs mit seinem Publikum. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, gab der 40-Jährige Singer-Songwriter zu. Und fesselte die Gäste vom ersten Ton an.

SOCIAL BOOKMARKS