Ortsdurchfahrt soll keine Wohnstraße sein
Bild: Inderlied
Klares Votum: Die frisch sanierte Hauptstraße soll der zentrale Versorgungsbereich der Gemeinde Langenberg bleiben. Dafür will die Ratsmehrheit mit der Neufestlegung des Bebauungsplans für den Dorfkern die erforderlichen Voraussetzungen schaffen.
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In jüngster Vergangenheit hatten Besitzer älterer Immobilien entlang der Hauptstraße vielfach den Wunsch geäußert, ihre Häuser nach einer Renovierung – oder im Fall eines Abbruchs den zu errichtenden Neubau – lediglich noch für Wohnzwecke nutzen zu wollen. Diese Anfragen hatten Verwaltung und Politik auf den Plan gerufen.

Ziel müsse es sein, die Versorgungsfunktion der Hauptstraße als Einzelhandels- und Dienstleistungsstandort dauerhaft zu sichern, erklärte Bürgermeisterin Susanne Mittag (UWG) in der Ratssitzung. Die Verdrängung von Geschäfts- und Büroräumen durch Wohnnutzungen würde indes das Gegenteil bewirken. Auf freiwilliger Basis sei es kaum möglich, Gebäudeeigentümer an der Hauptstraße dazu zu bewegen, ihre Erdgeschosse ausschließlich für Handel und Gewerbe freizugeben, sagte die Verwaltungschefin.

Deshalb soll der Bebauungsplan für die Hauptstraße nun überarbeitet werden. Dadurch wäre eine vertikale Nutzungsgliederung für die Immobilien in der ersten Bauzeile entlang der ersten Hauptstraße möglich: Im Erdgeschoss der Häuser wären demnach nur Einzelhandel und Dienstleistungen zulässig, Wohnen jedoch nur in den darüberliegenden Etagen. Beschränken soll sich die Neuregelung nach Vorstellung der Gemeindeverwaltung auf den Hauptstraßen-Abschnitt zwischen dem Einmündungsbereich Mühlen-/Wadersloher Straße im Westen und der Einmündung Friedhofsweg im Osten.

Während in der Ratssitzung am Dienstagabend vereinzelt Stimmen laut wurden, wonach die beabsichtigte Bebauungsplanänderung die Freiheit der Immobilieneigner zu stark einschränke, hielt Bauausschussvorsitzende Helge Rix (CDU) dagegen, dass noch nichts endgültig entschieden sei. Bei der anstehenden Beratung im zuständigen Fachausschuss komme es insbesondere auf die Details an. „Wichtig ist, dass wir mit Augenmaß an die Sache herangehen“, sagte sie. Der genaue Zuschnitt des Bereichs, in dem die Neuregelung gelten soll, müsse noch geklärt werden.

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