Pilz macht Eschen zu schaffen
Bild: Nienaber
Seinen Alleecharakter wird der Höchtekamp im Norden des Gemeindegebiets demnächst verlieren. Rund die Hälfte der Eschen dort ist so stark von einem Pilz befallen, dass eine Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet ist.  
Bild: Nienaber

So weltoffen die 9000-Seelen-Gemeinde auch ist, auf diesen Gruß aus dem Reich der Mitte hätte man hierzulande aber gern verzichtet. Er hört auf den putzigen Namen Eschenstängelbecherchen, ist winzig klein und kann dennoch großen Schaden anrichten: Der Sporenpilz, der in den vergangenen Jahren seinen Weg aus dem östlichen Asien über das Baltikum nach Mitteleuropa gebahnt hat, hat das Zeug dazu, eine gesamte Baumart von der Bildfläche verschwinden zu lassen.

Seit diesem Sommer wütet Hymensocyphus fraxineus, wie Fachleute ihn nennen, auch hierzulande immer erbarmungsloser. „Bis vor wenigen Monaten, habe ich noch daran geglaubt, dass wir verschont bleiben, aber seit diesem Sommer hat uns der Pilz volles Rohr erwischt“, sagt Förster Ernst-Georg Ziebell von Wald und Holz NRW. Sowohl kleinere Exemplare an den Straßen der Region als auch mächtige Eschen in den Waldbeständen zeigten immer häufiger die typischen Erscheinungsmerkmale eines Pilzbefalls. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis der gesamte Bestand erkranke, meint Ziebell.

Kein Gegenmittel

Das Eschenstängelbecherchen verbreitet sich durch Sporenflug. Die Krankheit kenne daher keine Grenzen und mache sich auf den Weg, wohin die Winde wehen. „Ein Gegenmittel ist derzeit nicht bekannt“, betont der Mitarbeiter von Wald und Holz NRW. Wo der weiße Schädling aktiv wird, bleibt meist nur noch der Griff zur Kettensäge. Seinen Alleecharakter wird der Höchtekamp im Norden der Gemeinde aufgrund des Pilzbefalls demnächst verlieren. Ein Großteil der 20 mächtigen Laubbäume trägt den Pilz bereits auf seiner Oberfläche. Das hat eine Begutachtung eines Sachverständigen ergeben. Einige Exemplare verfügen bereits über so viel Totholz in der Krone, dass ein komplettes Absterben der grünen Riesen in naher Zukunft zu befürchten ist.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit werden sechs bis acht Bäume in den kommenden Wochen gefällt. „Die übrigen werden wir genau in der Beobachtung halten und – wenn nötig – zu einem späteren Zeitpunkt schlagen“, erklärt Reinhard Mense von der Gemeindeverwaltung. Gleiches gelte für anderen Eschen auf Gemeindegrund. Ersetzt werden sollen die Pilzopfer am Höchtekamp nicht. Jungbäume würden von den benachbarten Eichen zu sehr in ihrem Wachstum behindert, sagt Reinhard Mense.

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