Sammler erhoffen sich das schnelle Geld
Bild: Nienaber
Blaue Körbe hat das Unternehmen TRMC in Langenberg verteilt. Darin sollen die Bürger Schuhe und Altkleider bereitstellen, die dann eingesammelt werden. Die Sammlung ist jedoch illegal.  
Bild: Nienaber

Immer wieder erhoffen sich auch gewerbliche Händler ein lukratives Geschäft mit dem textilen Wertstoff. Kritischen Blicks hat dieser Tage manch ein Anwohner der Strothgartensiedlung Veränderungen in seiner Hofeinfahrt wahrgenommen. Nicht nur das Laub der umliegenden Bäume hatte sich dort breitgemacht. Auch ein herrenloser Wäschekorb wurde nächtens vor die Haustür gestellt, versehen mit einem Aufkleber. Darauf die Bitte, Schuhe und Kleidungsstücke darin zu deponieren, die „zum Schutz der Umwelt eine Wiederverwendung finden sollen“.

Im Kleingedruckten ist von einer gewerblichen Sammlung die Rede. Das aufgeführte Unternehmen TRMC ist unter der angegebenen Adresse in Buxtehude nicht ausfindig zu machen. Unter der Telefonnummer, die auf dem Aufkleber zu finden ist, ist niemand zu erreichen. Auch wenn eine falsche Kontaktadresse nicht zwangsläufig ein Anzeichen dafür ist, dass die Sammlungsveranstalter unseriös arbeiten, ist eine gesunde Portion Skepsis an dieser Stelle angebracht.

Skepsis angebracht

„Jeder, der Abfälle aus privaten Haushalten oder Abfälle zur Beseitigung gewerblich oder gemeinnützig sammelt, muss eine Anzeige nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz für diese Sammeltätigkeit bei uns einreichen“, erläutert Kreis-Pressesprecher Jan Focken auf Nachfrage der „Glocke“. Das gelte auch für Altkleidersammlungen. Zwar müsse keine förmliche Genehmigung eingeholt werden. Gegebenenfalls könnten Sammlungen untersagt werden, wenn zum Beispiel Überprüfungen ergeben, dass der Verwertungsweg nicht lückenlos dargestellt werden kann. Inwieweit bei der Sammlung in Langenberg auf die Wiederverwertung und somit den Schutz der Umwelt geachtet wird, ist nicht bekannt. Der Händler hat sein Unterfangen nicht beim Kreis angemeldet und handelt somit illegal.

„Bürger sollten sich die Unternehmen anschauen, denen sie etwas spenden wollen, und wenn sie ein schlechtes Gefühl haben, nichts weggeben“, empfiehlt Polizeisprecherin Corinna Koptik. Dass Anzeigen gegen Sammelaktionen erstattet wurden, sei ihr aber nicht bekannt. Dennoch  solle man keine Scheu davor haben, den Polizeiruf 110 zu wählen, damit Beamte die Fliegenden Sammler einmal genauer unter die Lupe nehmen könnten. „Wer nichts zu verbergen hat, braucht eine solche Kontrolle nicht zu fürchten“, sagt Koptik.

SOCIAL BOOKMARKS