Sportförderung oder lediglich Abotrick?
Bild: Nienaber
Eine Bauernfängerei unter dem Zeichen des Sportvereins Grün-Weiß Langenberg beklagt Jugendfußballvorstand Bernhard Frerich. Eine ihm versprochene Jugendsportförderung sei nur ein Vorwand, um Zeitschriften gegen Bares an den Mann zu bringen, glaubt der Langenberger.  
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Er habe als Abteilungsleiter der Grün-Weiß Fußballjugend nur Gutes für den Verein im Sinn gehabt, als er den eigenen Namen sowie den der Langenberger Kicker für eine Abonnementskampagne hergegeben habe, im Nachhinein bereue er es aber zutiefst. „Das ist für mich ein Lehrstück gewesen“, sagt Frerich. Beim ersten Hören klang das Angebot verlockend: Lediglich als Partner genannt zu werden, um Kunden für Zeitschriftenabonnements zu generieren, und dafür ohne versteckte Kosten Trikots für die jungen Kicker des Vereins geliefert zu bekommen, das schien ein Glücksfall zu sein. Jetzt würde Bernhard Frerich die Zusammenarbeit mit einer Aachener Agentur am liebsten ungeschehen machen. „Mir wurde anfangs etwas beschrieben, das sich später als ganz anders herausstellte“, sagt der Grün-Weiß-Abteilungsleiter.

Was war geschehen? Ein Mitarbeiter der Agentur hatte sich mit Frerich als Jugendvorstand in Verbindung gesetzt und für die Trikot-Sponsor-Aktion geworben. Frerich ging davon aus, dass die Idee folgende sei: Jugendsportförderung würde mit einer Neukundenkampagne für TV- und Freizeitmagazine verbunden. Der kooperierende Verein würde lediglich seinen Namen nennen lassen und einen Ansprechpartner zur Verfügung stellen. Die bei Zeitschriften-Abonnements üblichen Prämien würden bei dieser Aktion für den Leser entfallen, stattdessen bekäme die Jugendabteilung des Vereins Gratis-Trikots.

Seit einigen Tagen häufen sich nun aber die Anrufe beim Langenberger Jugendfußballleiter. Am anderen Ende der Leitung sind nicht etwa Eltern, die ihren Nachwuchs im Verein anmelden möchten, sondern Bürger, die ein Zeitschriftenabonnement abgeschlossen haben, das sie, wie sie beteuern, nicht haben wollten. „Den Leuten wurde angeblich gesagt, sie würden für einen geringen Betrag die Jugendarbeit für Grün-Weiß unterstützen. Dass damit ein Abonnement über 24 Monate für eine Zeitschrift gemeint war, das war den Leuten nicht klar“, sagt Bernhard Frerich. Von ähnlich gelagerten Fällen berichtet der Verein Rot-Weiß Mastholte. Auch im Rietberger Ortsteil hätten sich Bürger über eine dubiose Zeitschriften-Neukundenkampagne zugunsten der dortigen Fußballjugend beschwert, wie aus dem Umfeld des Vereinsvorstands zu hören ist.

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