Zusätzliche Gruppe als Zielmarke
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Familien mit Kindern will die Gemeinde Langenberg nicht im Regen stehen lassen. Die Einrichtung einer zusätzlichen Kindergartengruppe ist bereits beschlossene Sache. Jetzt geht es nur noch darum, ob es eine dauerhafte oder zeitlich befristete Lösung sein soll und an welche der bestehenden Betreuungseinrichtungen die Zusatzgruppe angegliedert werden könnte.
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Für das kürzlich gestartete Kindergartenjahr 2017/18 sei es noch einmal gelungen, alle Jungen und Mädchen in Tagesstätten oder Tagespflegeplätzen unterzubringen, erklärte der zuständige Fachbereichsleiter im Langenberger Rathaus, Peter Schaumburg, in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Ob das allerdings auch zukünftig gelinge, sei mit Blick auf die momentane Betreuungsplatzsituation fraglich. Man gehe von steigenden Kinderzahlen in Langenberg aus.

Mittag: „Bedarf nachhaltig vorhanden“

Für Bürgermeisterin Susanne Mittag (UWG) steht fest: „Der Bedarf für eine zusätzliche Gruppe ist nachhaltig vorhanden.“ Im Idealfall dürfte es sogar noch etwas mehr sein, denn: „Eine Extragruppe wäre noch nicht einmal gänzlich bedarfsdeckend.“

An welche der bestehenden Einrichtungen die zusätzliche Gruppe „angedockt“ werden könnte, ist noch keine beschlossene Sache. Es gebe mehrere Alternativen, unterstrich die Verwaltungschefin. Zugleich betonte sie, dass die ursprüngliche Lösung aber wohl vom Tisch sei.

Rix: „Das ist doch Kaffeesatzleserei“

Zweifel am vorliegenden Demografiebericht hegte in der Ratssitzung Helge Rix (CDU). Das Papier enthalte Zahlen bis zum Jahr 2035. Ob die Fachleute so weit in die Zukunft schauen könnten, sei fraglich. „Das ist doch Kaffeesatzleserei“, sagte Helge Rix. Ihre Fraktionskollegin Monika Düsing wollte wissen, ob es in der aktuellen Diskussion noch um eine zeitlich befristete oder schon um eine dauerhafte Zusatzgruppe gehe.

Langfristige oder vorübergehende Lösung?

Susanne Mittag betonte, dass aus ihrer Sicht eine langfristige Lösung mehr Sinn ergebe. Die Prognosen des Kreises Gütersloh seien eher vorsichtig. „Die Zahlen müssen nicht unbedingt der Lebensrealität entsprechen“, sagte die Bürgermeisterin. Nicht vergessen werden dürfe darüber hinaus, dass die Betreuung von Jungen und Mädchen unter drei Jahren einen immer größeren Stellenwert bekomme. Und diesbezüglich gebe es auch in der kleinsten Gemeinde des Kreises Gütersloh noch Nachholbedarf. Susanne Mittag wies ferner darauf hin, dass mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingssituation auch ein gewisses Maß an Reserveplätzen vorhanden sein müsse. Erst kürzlich sei der Gemeinde beispielsweise eine Familie mit gleich mehreren Kindern im Schul- beziehungsweise Kindergartenalter zugewiesen worden.

Mehrkosten von jährlich 25.000 Euro

Eine zusätzliche Kindergartengruppe würde für die Gemeinde jährliche Mehrkosten von 25.000 Euro bedeuten. Weil die neue Gruppe erst im August 2018 an den Start gehen könnte, würden sich die Ausgaben im Anfangsjahr auf 12.000 Euro reduzieren. Die abschließende Entscheidung über diese Haushaltsansätze soll im Rahmen der Etatgespräche für 2018 getroffen werden. Beratungsbedarf besteht auch bezüglich der Frage, ob die Gruppe dauerhaft oder temporär sein soll. Zunächst hatte sich die Politik auf eine zeitlich befristete Variante geeinigt. In der jüngsten Ratssitzung wurde deutlich, dass aus Sicht der Gemeinde und einzelner Fraktionen auch eine langfristige Lösung Sinn machen könnte.

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