Angebote in Teamarbeit gestalten
Bild: Schulte-Nölle
Möchte im Team mit den Heranwachsenden das Angebot des Jugendhauses St. Pius neu aufstellen: Julian Appelbaum. Der 26-jährige Paderborner leitet die Einrichtung an der Südstraße in Wiedenbrück seit Anfang Oktober.
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Zur Person:

Der Paderborner Julian Appelbaum hat von 2011 bis 2016 Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule NRW studiert. Darüber hinaus war er in dieser Zeit zweieinhalb Jahre lang als Gruppenleiter im Offenen Ganztag einer Grundschule tätig. Nach seinem Bachelor nahm Appelbaum an einem Traineeprogramm des Erzbistums Paderborn teil. In diesem Rahmen engagierte er sich ein Jahr lang im Wiedenbrücker Jugendhaus St. Aegidius – und damit in der Nachbargemeinde seiner jetzigen Wirkungsstätte. Der 26-Jährige sucht regelmäßig den Austausch mit anderen, im Erzbistum Paderborn organisierten Fachkräften und nimmt Weiterbildungen wahr.

Dafür hat er bereits jede Menge Gesellschaftsspiele angeschafft. Sie sind ein probater Eisbrecher, wenn Heranwachsende das erste Mal den Treff besuchen, weiß Appelbaum aus Erfahrung. Er hofft, dass sich mit der Zeit wieder eine lebendige Gemeinschaft für die regelmäßigen Zusammenkünfte im gemütlich ausgebauten Keller des Gebäudes an der Südstraße 185 findet. Denn viele Jugendliche haben sich mit dem Ausscheiden von Appelbaums Vorgänger Wesley Hurman gleich mitverabschiedet. „In unserer Arbeit ist es normal und gewünscht, dass die Jugendlichen eine starke Bindung zu ihrem Ansprechpartner aufbauen, denn wir begleiten sie in einer bedeutenden Phase ihrer Entwicklung oft über einen langen Zeitraum hinweg. Wenn dann jemand geht, ist das erst einmal ein harter Bruch“, erklärt die studierte pädagogische Fachkraft.

Der 26-Jährige möchte daher zunächst gezielt Anreize schaffen, um Schüler und junge Erwachsene wieder für den Treff zu gewinnen. Zum künftigen Programm des Jugendhauses St. Pius werden etwa Fahrten zu unterschiedlichen Zielen gehören. Zu einem Fußballstadion zum Beispiel oder zum Trampolinspringen. „Das liegt aktuell voll im Trend“, erläutert Appelbaum. Schritt für Schritt sollen auch die Jugendräume selbst ein neues Gesicht erhalten und dabei möglichst viel von dem bieten, was sich Heranwachsende für ihre Freizeitgestaltung wünschen. Dabei setzt Appelbaum ausdrücklich auf die Mitarbeit der Mädchen und Jungen. Sie seien es schließlich, die sich am Ende mit dem Ergebnis wohlfühlen sollen. Das gilt insbesondere für die zwei angrenzenden Zimmer, die derzeit als Abstellfläche ein Schattendasein fristen. Sie könnten schon bald die Räumlichkeiten des Treffs um attraktive Angebote ergänzen. Für die Erst- bis Viertklässler als jüngste Besucher stellt sich der Einrichtungsleiter etwa einen Werk- und Bastelraum vor. „In dem anderen Zimmer könnte der Schwerpunkt auf sportlichen Aktivitäten wie Tischtennis und Darten liegen“, sagt Julian Appelbaum.

Die Zielgruppe des Jugendhauses St. Pius umfasst außer Kindern im Grundschulalter auch Jugendliche und junge Erwachsene von der Jahrgangsstufe fünf bis zum 21. Lebensjahr. Für Julian Appelbaum eine Herausforderung, auf die er sich freut. „Es ist eine tolle Aufgabe, Heranwachsenden in einer Lebensphase Unterstützung und Anleitung geben zu können, in der sich unheimlich viel verändert, in der Dinge plötzlich wichtig werden, während anderes einfach verschwindet, in der sich Berufswünsche konkretisieren und Ausbildungsstellen angetreten werden“, sagt er im Gespräch mit der „Glocke“. Dabei sei es sicherlich von Vorteil, dass er selbst mit seinen 26 Jahren noch ganz nah an diesem Geschehen dran ist. Ab kommender Woche starten in der Einrichtung wieder die verschiedenen Freizeitangebote. Grundschulkinder sind immer dienstags von 15 bis 17.30 Uhr in die Räume an der Südstraße eingeladen. Der Jugendtreff findet montags, mittwochs und donnerstags von 15 bis 20 Uhr sowie freitags von 15 bis 21 Uhr statt.

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