Chefsessel-Kandidaten loten Grenzen aus
Bild: Bäumker
Hoch hinaus ging es für die Teilnehmer der „Mut-Woche“. Das Projekt der Wiedenbrücker Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „Wortmann und Partner“ richtete sich an 16- bis 25-Jährige, die sich selbstständig machen oder Verantwortung in einem Unternehmen übernehmen wollen. An der Kletterwand ging es darum, die eigene Grenzen auszutesten.
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Wie sie ihren Traum vom eigenen Unternehmen umsetzen können, erfuhren sie bei der „Mut-Woche“ der heimischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „Wortmann und Partner“. Eine Woche lang standen für die Teilnehmer im Alter von 16 bis 25 Jahren Grundlagen der Unternehmungsführung auf der Agenda. Wie gründet man ein Start-up? Was gilt es, beim Marketing zu beachten? Und wie regelt man bestmöglich die Firmennachfolge? Antworten auf diese und ähnliche Fragen erarbeiteten sich die Heranwachsenden in vier verschiedenen Workshops.

Problemlösung und Teamgeist im Fokus

Wichtige Tipps erhielten sie zudem im Gespräch mit Menschen, die den Sprung auf den Chefsessel bereits geschafft haben, darunter Thomas Welle (Tennis-Point), Christian Terhechte (Neuland-Medien) und Alexander Rüsing (Founders Foundation). Sie beschrieben den Nachwuchsdurchstartern ihren Werdegang und informierten über die aus ihrer Sicht entscheidenden Faktoren für ein erfolgreiches Unternehmen.

Unterschiedliche Aktionen dienten dazu, die Kompetenz der Teilnehmer im Bereich der Problemlösung zu stärken. So ging es für die 16- bis 25-Jährigen unter anderem an eine Kletterwand, wobei jeder seine Grenzen austesten konnte. Bei einem „Escape-Hunt“ mussten sie den Ausweg aus einem geschlossenen Raum finden und dafür Rätsel lösen. Eine Aufgabe, die nur im Team gelingen konnte. Eine weitere Herausforderung stellte die Simulation einer Firmengründung dar, wobei die sieben Chefs in spe ihre eigenen Ideen einbringen sollten.

„Das, was ich hier gelernt habe, gibt mir die Sicherheit, das nötige Selbstvertrauen und den Mut, meinen Traum vom eigenen Unternehmen weiter zu verfolgen“, zog der 16-jährige Max Weiß am Ende der Woche eine positive Bilanz. Besonders habe ihm gefallen, dass er sich mit Leuten austauschen konnte, die ähnlich denken würden wie er und seine Ideen ernst nähmen. Auch Arne Falkenreck hat die Motivation gepackt. Der 16-Jährige zeigte sich beeindruckt von dem, was auch junge Unternehmer bereits an Erfolgen vorweisen können. Auch die Tatsache, die Entwicklung einer Firma aktiv beeinflussen zu können, reizt den Schüler.

„Region lebt von starken Unternehmern“

Die „Mut-Woche“ geht auf eine Idee von Dr. Heiner Wortmann zurück. „Uns kommt es im Rahmen des Projekts insbesondere darauf an, die Fähigkeiten der Teilnehmer, im Team zu arbeiten und Probleme strategisch zu lösen, Schritt für Schritt zu fördern“, erklärte der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater im „Glocke“-Gespräch. Im Zentrum stehe jedoch nicht zuletzt, bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Interesse am Unternehmertum zu wecken, und ihnen zu zeigen, dass Selbstständigkeit viele Chancen biete. „Wir leben hier im Kreis Gütersloh in einer wirtschaftlich starken Region, die von aktiven Unternehmern lebt“, begründete Wortmann den Hintergrund der „Mut-Woche“.

Begleitet wurden die Teilnehmer während des gesamten Projektzeitraums von vier Teamleitern von „Wortmann und Partner“, die zum Teil selbst noch in der Ausbildung sind. Die Aufgabe der Coaches bestand darin, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Workshops zu unterstützen, sie auf die Gespräche mit den Unternehmern vorzubereiten und als verlässliche Ansprechpartner in kniffligen Situationen Hilfestellung zu geben. Am Ende der Woche stand für das Gros der sieben Teilnehmer fest: Sie wollen weiter daran arbeiten, ihr eigener Chef zu werden.

Ann-Christin Bäumker

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