China schränkt Tönnies-Exporte ein
Bild: Evers
Aus ungeklärten Gründen hat die Volksrepublik China der Tönnies-Unternehmensgruppe mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück verboten, von ihren deutschen Standorten aus Schweinefleisch ins Reich der Mitte auszuführen.
Bild: Evers

Die Volksrepublik habe für die Tönnies-Schlacht- und Zerlegebetriebe eine Exportbeschränkung erlassen. Vorrübergehend sei daher keine Lieferung aus den Standorten Rheda-Wiedenbrück und Weißenfels in das asiatische Land möglich, teilte Vielstädte mit. Die dänischen Tönnies-Standorte seien nicht von der Exportsperre betroffen. Für den weiteren deutschen Standort Sögel habe ohnehin keine Zulassung für den China-Export vorgelegen.

Eine nachvollziehbare Begründung für Pekings Entscheidung liegt dem Rheda-Wiedenbrücker Unternehmen derzeit nicht vor. Laut Vielstädte seien bei einer technischen Überprüfung von mehreren tausend Arbeitsprozessen seitens der chinesischen Behörden zwar vier beanstandet worden. Diese könne aber eigentlich nicht die Ursache für solch einen gravierenden Schritt sein.

Die Umstände legen nahe, dass politische Gründe für die Ausfuhrbeschränkung verantwortlich sein könnten.

„Wir sind im engen Gespräch mit den chinesischen Behörden und sind daher auch zuversichtlich, dass die Sperre schnellstmöglich aufgehoben wird“, betonte Vielstädte. „Sobald uns nähere Informationen und vor allem eine Begründung vorliegen, werden wir gemeinsam mit den chinesischen Behörden eine Lösung suchen.“

Das Reich der Mitte stellt für Tönnies nach Aussage von Vielstädte einen „wichtigen Markt“ dar. Konkrete Angaben zum Umfang der Ausfuhren nach China wollte der Unternehmenssprecher nicht machen.

Tönnies ist nicht allein von der drastischen Maßnahme betroffen. Wie das dlz Agrarmagazin berichtet, soll noch ein weiteres Schlachtunternehmen aus dem Oldenburger Raum zumindest vorübergehend die Zulassung zum Export von Schweinefleisch nach China verloren haben.

Zum Hintergrund: Tönnies ist als mehrstufiges Unternehmen der Lebensmittelbranche weltweit tätig. Die vier Geschäftsfelder sind Meat (Fleisch), Convenience (Fertiggerichte), Ingredients (Zutaten, Inhaltsstoffe) und Logistics (Logistik). Das 1971 gegründete Familien-Unternehmen befasst sich im Kerngeschäft mit der Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung von Schweinen, Sauen und Rindern.

SOCIAL BOOKMARKS