Duo liefert sich Duell auf der Bühne
Bild: Inderlied
Grundverschieden und dennoch Brüder im Geiste sind Laurent Cirade und Paul Staïcu (v. l.), die am Freitagabend auf der Reethusbühne als Duo „Duel“ ihre Instrumente im virtuosen Spiel zum Klingen und das Publikum mit humorvollen Einlagen zum Lachen brachten.
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Mal melancholisch, mal übertrieben albern ist das Programm „Opus 2“ – aber immer mit einer Herzlichkeit, die man nur versprühen kann, wenn man die Musik wirklich liebt, die man improvisiert. Eigentlich sind sie ja grundverschieden, der Franzose Laurent Cirade und der in Rumänien geborene Paul Staïcu. Erstgenannter ist klein, schmächtig und scheint den Schelm im Nacken zu haben. Wenn Cirade an seinem Klavier aufspielt, fliegen nicht nur die Finger über die Tasten, sondern es erklingt auch die virtuos gespielte Musik eines echten Könners, der ebenso blindlings unter dem Klavier sitzend die richtigen Töne trifft.

Cello wird zur Waffe

Sein Pendant Staïcu verkörpert eher die Marke Grobian, den man nahezu mit einer Flasche Fusel auf der Bühne erwarten würde. Doch ganz tief im Inneren besitzt der Großgewachsene mit der tiefen Bassstimme einen weichen Kern. Immer dann, wenn er mit seinem Cello diese Facette ausspielt, geht dem Publikum das Herz auf. Denn es ist erstaunlich, was Staïcu alles mit seinem Musikinstrument anstellt. Mal wird das Cello zur Waffe, mit der der Rumäne seinen Kompagnon erdolcht. Wenig später wird es am Spieß überm imaginären Lagerfeuer gebraten und anschließend laut schmatzend verspeist. Sogar als seine Geliebte muss das Streichinstrument herhalten. Und wenn das Cello dann einmal krank ist, wird eben auf einer langen Baumsäge gefiedelt.

In Frackanzügen getarnte Clowns

Doch allzu romantisch wie am Lagerfeuer geht es auf der Bühne keineswegs zu. Im Gegenteil: Wie es der Name „Duel“ vermuten lässt, fordern sich Laurent Cirade und Paul Staïcu immer wieder heraus. Ob nun Stücke von Bach, Beethoven, Chopin oder den Beatles, Bee Gees oder Morricone, die beiden sind nur nicht nur fähige Musiker, sondern auch in Frackanzügen getarnte Clowns. Da wird dem anderen der Stuhl weggezogen, der Finger am Klavier eingeklemmt und auf keinen Fall der Applaus gegönnt.

Am Ende einer jeden Episode kommen die beiden Virtuosen aber wieder in Eintracht zusammen. Liebevoll wird es schließlich, als es Nachwuchs auf der Bühne gibt: Ein Geigenbaby wird geboren. Heulend bringt es das Zwerchfell des Publikums noch einmal richtig zum Lachen.

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