Erste Ergebnisse der Wohnraumstudie
Bild: Schulte-Nölle
Auf dem Gelände des früheren Evangelischen Krankenhauses am Fichtenbusch in Rheda sind zuletzt zahlreiche Mietwohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser entstanden. Angesichts der hohen Nachfrage ist dies jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Bild: Schulte-Nölle

Klare Worte hat Diplom-Ingenieur Dominik Geyer vom Büro für Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse der Rheda-Wiedenbrücker Wohnraumstudie gefunden. Der Experte betonte, dass die Emskommune vor einer zwar schwierigen, aber lösbaren Zukunftsaufgabe stehe. Damit dies gelingt, müssten die Weichen jedoch zeitnah gestellt werden. „Ich kann Ihnen nur raten, zügig in den Grunderwerb zu gehen“, unterstrich Dominik Geyer. Denn nicht nur für Wohnbauland, auch für Ausgleichs- und Tauschflächen würden in den kommenden Jahren etliche Hektar Land benötigt. Um den Mehrbedarf von bis zu 3350 Wohneinheiten bis 2035 decken zu können, seien schätzungsweise 65 bis 70 Hektar Bauland erforderlich, sagte der Experte. Pro Jahr ergebe sich ein durchschnittlicher Mehrbedarf von 186 Wohnungen.

„Menschen stimmen mit Füßen ab“

Während in Rheda-Wiedenbrück bislang der Trend zu Ein- und Zweifamilienhäusern ging, wird in Zukunft die Nachfrage nach Wohnungen in Mehrparteienkomplexen zunehmen. Geyer prognostizierte, dass in den kommenden 18 Jahren 1530 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilien- sowie 1710 in Mehrfamilienhäusern benötigt werden. Ausdrücklich riet der Experte aus Köln dazu, das Problem nicht auszusitzen, denn schon heute sei Wohnraum in der Doppelstadt denkbar knapp. „Wenn nicht ausreichend Einheiten zur Verfügung stehen, stimmen die Menschen mit den Füßen ab und ziehen in umliegende Städte“, unterstrich Geyer.

Bislang sei die Bevölkerungsentwicklung in Rheda-Wiedenbrück durchweg positiv, bescheinigte der Fachmann. In nahezu allen Altersgruppen gebe es ein Plus. Vor allem bei den 30- bis 50-Jährigen, die mit ihrem Nachwuchs herziehen, stehe die zweitgrößte Stadt des Kreises Gütersloh hoch im Kurs, erklärte Dominik Geyer. Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass sich die Tendenz fortsetze. Bis zum Jahr 2040 werde die Einwohnerzahl Rheda-Wiedenbrücks voraussichtlich zwischen 51 000 und 53 000 liegen. Aktuell leben in der Emskommune 48 000 Personen. Damit liegt die Stadt deutlich sowohl über dem Landes- als auch dem Kreisdurchschnitt.

Ein- und Zweifamilienhäuser hoch im Kurs gewesen

In den Jahren 2005 bis 2015 sind im Durchschnitt zwischen 100 und 150 zusätzliche Wohneinheiten in Rheda-Wiedenbrück entstanden. Einen Ausreißer nach oben markierte mit 250 Einheiten das Jahr 2014. Ein- und Zweifamilienhäuser standen in den vergangenen zehn Jahren hoch im Kurs. Ihr Anteil lag zumeist deutlich über dem von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern oder zumindest mit diesem gleichauf. Es gab jedoch auch Ausnahmen. 2014 zum Beispiel wurden nach Erkenntnissen des Büros für Stadt- und Regionalplanung Dr. Jansen nur 63 Einheiten in Ein- und Zweifamilienhäusern, dafür aber 195 in Mehrparteienkomplexen fertiggestellt.

SOCIAL BOOKMARKS