Gemeindezentrum im Herzen der Stadt
Bild: Sudbrock
In wenigen Tagen können Pfarrer Rainer Moritz (l.) und Baukirchmeister Ralf Manche das Flatterband zum Haupteingang des neuen Gemeindehauses an der Schulte-Mönting-Straße durchschneiden. Bis dahin laufen auch im Schnitkerhaus (r.) die Arbeiten auf Hochtouren.
Bild: Sudbrock

 „Langweilig wird uns bestimmt nicht“, versichert Baukirchmeister Ralf Manche.

Vom Thesenanschlag Martin Luthers 1517 zur Einweihung eines der bedeutendsten Bauvorhaben in der Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde 500 Jahre später: „Einen besseren Termin für die Einweihung unseres Gemeindezentrums hätten wir kaum finden können“, sagt Pfarrer Rainer Moritz mit Blick auf die für Dienstag, 31. Oktober, geplante Eröffnung. Dass der Reformationstag in diesem Jahr ausnahmsweise ein gesetzlicher Feiertag ist, spiele der Gemeinde zusätzlich in die Karten. „Wir hoffen auf viele neugierige Eröffnungsgäste“, sagt der Geistliche.

Auch wenn man es beim Besuch der Baustelle an der Schulte-Mönting-Straße/Ecke Berliner Straße kaum glauben kann: Das 2,7-Millionen-Euro-Projekt befindet sich auf der Zielgeraden. „Wir werden bis zur Eröffnung am 31. Oktober zwar nicht alles fertig bekommen, aber das Meiste“, betont Baukirchmeister Ralf Manche. Er hat in seiner Funktion als oberster – und zugleich ehrenamtlicher – Bauaufseher der Kirchengemeinde das Werden des neuen religiösen Zentrums begleitet. Baustellen gebe im wahrsten Wortsinn auch nach der Einweihung noch – beispielsweise im Keller, in einzelnen Räumen sowie im Außenbereich. „Aber das wird nach und nach werden“, versichert Manche.

Pfarrer Rainer Moritz freut sich, dass das Projekt kurz vor dem Abschluss steht – und dass das Schnitkerhaus stehengeblieben ist. Denn das war ursprünglich nicht geplant. Anfangs gab es Überlegungen, die 1867 errichtete Immobilie abzureißen und durch einen kompletten Neubaukomplex zu ersetzen. 2012 erfolgte die Kehrtwende: Das Presbyterium sprach sich für den Erhalt des markanten, stadtbildprägenden Hauses aus.

„Die jetzt verwirklichte Lösung stellt eine gelungene Symbiose zwischen Bestand und Neubau dar“, betont der evangelische Gottesmann. Durch den Entwurf des Bad Salzuflener Architekturbüros Schmersahl, Biermann und Prüßner werde das komplett sanierte Schnitkerhaus gekonnt um einen modernen Anbau ergänzt. „Ein einladendes Gemeindezentrum im Herzen der Stadt, das Platz für alle Generationen bietet, ist auf diese Weise entstanden“, sagt Pfarrer Moritz.

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