Hobbydetektive ermitteln bei Kriminacht
Mit Lupe, Sonnenbrille, Hut und Zigarre begaben sich Polizisten und Privatdetektive in Rheda auf Verbrecherjagd. Dargestellt wurden die Ermittler von Mitgliedern der Theatergruppe von Bärbel Page. Bild: Dresmann

600 Nachtschwärmer wurden am Freitagabend nach Veranstalterangaben zu Ermittlern. In 27 Geschäften in der Rhedaer Innenstadt konnten sie dabei Fingerabdrücke sammeln, um dem Täter aus einem Kreis von acht Verdächtigen auf die Spur zu kommen. Sie alle hatten an der schweren Tresortür im Keller von Kessner und Heimann ihre Abdrücke hinterlassen. Unterstützt wurden die zahlreichen Amateurermittler von Profis. Vor denen konnte sich auch Geschäftsinhaberin Theresia Kessner nicht verstecken. Schließlich waren alle Brillenträger für die Ermittler aus der Theatergruppe von Bärbel Page potentielle Kriminelle.

„In der Ruhe liegt die Kraft“

Nach einer genauen Untersuchung des Tatorts mischten sich die Polizisten und Privatdetektive unter die zahlreichen Gäste. „Fingerabdrücke haben wir schon reichlich gesammelt, aber eine Urinprobe wollte noch keiner abgeben“, wusste Schauspieler Karl-Heinz Purke von der Spurensicherung zu berichten.

Die Fahndungsmethoden waren mannigfaltig. Während es die Jugendlichen mit Geschwindigkeit versuchten und von Geschäft zu Geschäft rannten, um möglichst schnell alle acht Hinweisschnipsel für das Gewinnspielheft zu sammeln, agierten die Erwachsenen nach dem Motto „In der Ruhe liegt die Kraft“. Gerne nahmen viele die zahlreichen Angebote in den Geschäften wahr. So gab es bei Christa Ost den ersten Glühwein des Jahres, das Schuhhaus Ackfeld wartete mit „Blutsekt“ und „Detektivbier“ auf.

Fast 500 Teilnehmer machen Einbrecher ausfindig

Ob es den Besuchern nach dem Genuss der Getränke leichter fiel, den Täter zu ermitteln, konnte am Freitagabend nicht empirisch belegt werden, den Anschein hatte es aber allemal. Zum Schluss hatten fast 500 Teilnehmer den richtigen Einbrecher ausgemacht. Herr Wagner war es, der in den Tresorraum eingebrochen ist. Den hatten Mechthild Labudda und Elisabeth Brunstein bereits ganz am Anfang in Verdacht, als sie gerade ihren dritten Schnipsel im Ladenlokal von „Sisters“ in das Sammelheft einklebten. „Der hatte ja auch nichts im Keller zu suchen“, waren sich die beiden Hobbydetektivinnen einig. Außer der Möglichkeit, bis 22 Uhr einzukaufen, wurde die Kriminacht durch Autorenlesungen bereichert.

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