Kapazität noch nicht voll ausgeschöpft
Bild: Schulte-Nölle
Als „befriedigend“ beurteilt die Ingenieurgesellschaft Röver den Verkehrsfluss im Rhedaer Bahnhofskreisel. In den Spitzenzeiten am späten Nachmittag allerdings kommt es insbesondere auf der Achse Wilhelmstraße/Herzebrocker Straße zum Rückstau.
Bild: Schulte-Nölle

An vier Knotenpunkten hat das Büro im Auftrag der Stadt die aktuelle Verkehrssituation entlang der Wilhelmstraße unter die Lupe genommen. Eines der zentralen Ergebnisse: Alle untersuchten Straßenabschnitte tun ihren Dienst – und das zum Teil sogar vorbildlich. So bewertete Düspohl den Verkehrsablauf an der Kreuzung Wilhelmstraße mit der Pixeler Straße als „sehr gut“ in den Morgen- und „gut“ in den Nachmittagsstunden.

Im Schnitt passieren diesen Knotenpunkt pro Stunde 290 Fahrzeuge. Keine Schwierigkeiten sieht der Diplom-Ingenieur auch für die Kolpingstraße. Hier seien heute im Bereich des Bahnhofs pro Stunde durchschnittlich 340, im Einzugsgebiet der Pixeler Straße 300 Autos unterwegs. „Mit dieser niedrigen Belastung bewegen wir uns im Bereich einer Wohnstraße“, ordnete Düspohl das Zahlenwerk ein. Interessant sei, dass mit 90 Prozent der Mammutanteil auf jenen Verkehr entfalle, der die Kolpingstraße lediglich als Durchgangsstation nutze. Bedeutend sei die Kolpingstraße für Radfahrer. „Das liegt auch daran, weil sie eine Schulwegverbindung darstellt“, so Düspohl.

Spitzenbelastungen am späten Nachmittag

Immerhin noch mit einem „befriedigend“ kommen die Knotenpunkte Wilhelm- mit der Schloßstraße und Gütersloher mit der Neuenkirchener Straße davon. Ähnlich sieht es für den Bahnhofskreisel aus. Der sei mit seinen fünf Armen „eine gute Lösung, auch wenn er seine Probleme hat“, wie es der Röver-Mitgeschäftsführer formulierte. So geht es in der Regel morgens und mittags flüssig durch das Rund. Zur Hauptlastzeit am späten Nachmittag aber stockt es. Videoaufzeichnungen der Ingenieurgesellschaft bestätigen dabei die Erfahrung vieler Autofahrer: Im Berufsverkehr kommt es insbesondere auf der Achse Wilhelmstraße/Herzebrocker Straße zum Rückstau, so dass dort dann teils deutlich länger gewartet werden muss als zu andern Tageszeiten.

Klar ist auch: Der motorisierte Verkehr hat den Kreisel nicht für sich allein. Auch zahlreiche Fußgänger und Radfahrer sind dort unterwegs, hat Düspohl beobachtet. Dabei nutzen zwei Drittel aller Radler die Querungsstellen – „davon allerdings fast 50 Prozent gegen die Fahrtrichtung“. Das restliche Drittel bewege sich mit dem Velo auf der Fahrbahn. „Beide Punkte sind in Sachen Sicherheit nicht unerheblich“, betonte der Diplom-Ingenieur.

Fachmarkt würde Kreisel vor Herausforderung stellen

Für die Studie sollte Röver auch eine mögliche gewerbliche Ansiedlung an der Kolpingstraße berücksichtigen. Die Vorgabe der Stadt sieht ein Zentrum mit einem Vollsortimenter (3000 Quadratmeter Nutzfläche), einem Drogeriemarkt (900 Quadratmeter) und vier Fachgeschäften (insgesamt 2090 Quadratmeter) vor. Eine solche Anlage erzeuge in der Spitze, also am späten Nachmittag, voraussichtlich ein zusätzliches Verkehrsaufkommen auf der Kolpingstraße von 310 Fahrzeugen pro Stunde, teilte Ralf Düspohl dem Bauausschuss mit. Dieser Anstieg bewege sich jedoch in einem verträglichen Rahmen. Auch der Knotenpunkt mit der Pixeler Straße könne in seiner jetzigen Beschaffenheit ein Fachmarktzentrum durchaus verkraften. „Es ist dort nicht mit nennenswerten Einbußen in der Qualität der Verkehrsabläufe zu rechnen“, prognostizierte Düspohl.

Der Bahnhofskreisel würde sogar von Mitnahmeeffekten profitieren: Da dort bereits heute viele potenzielle Kunden unterwegs seien, würde das Verkehrsaufkommen nur verhalten steigen, erläuterte Düspohl. „Für ihn ergibt sich für die nachmittägliche Spitzenstunde immer noch eine ausreichende Qualität des Verkehrsablaufs. Mit Ausnahme der Zufahrt Bahnhofsplatz/Kolpingstraße werden in den übrigen Ästen mindestens befriedigende Qualitäten erreicht.“ Letzteres gelte außerhalb des Berufsverkehrs im Übrigen für den gesamten Kreisel. Um den Fluss im Bahnhofsrund zu verbessern, regte der Röver-Mitgeschäftsführer eine Verlagerung der Querungshilfen an. Dabei sollte der Abstand zur Kreiselfahrbahn auf fünf Meter erhöht werden. „Außerdem ist die Führung der Radfahrer zu klären, betonte Düspohl. Freilich werde sich die Ansiedlung eines Fachmarktzentrums auch auf das umliegende Rhedaer Straßennetz auswirken, räumte er ein. Die Auswirkungen stuft das Ingenieurbüro jedoch insgesamt als verträglich ein. Um insgesamt eine Entlastung zu erreichen, könnte der Hebel des Weiteren bei einer Reduzierung der Durchgangsverkehre im Zuge der Ortsdurchfahrt Rheda angesetzt werden. Dies, so Düspohl, bedürfe jedoch einer weiterreichenden Untersuchung.

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