Kultureller Boxenstopp auf dem Mertenshof
Bild: Daub
„Kämpfende Vögel“ von Hans-Pierre Schumann stellt Galeristin Edeltraud Haut unter anderem in der Präsentation „Kunst im Garten. Garten und Kunst“ auf dem Mertenshof in Rheda aus. Die Schau ist vom 25. Juni bis 22. Juli zu sehen.
Bild: Daub

Der traditionelle „Kulturelle Dialog“ im Rahmen der Gartenpräsentation kann erneut zu einem spannenden Meinungsaustausch mit Ausstellern führen. Einem Künstler widmet Edeltraud Haut eine Hommage: dem dithmarschener Skulpturisten Hans-Pierre Schumann (1917 bis 2011), der zu den Größen der klassischen Bildhauer deutscher Herkunft gezählt wird.

Wer sich als Kunstfreund auf der Achse Münster (Ausstellung „Skulptur Projekte“) – Kassel (Ausstellung „Documenta 14“) bewegt, kommt dieses Jahr umso mehr auf seine Kosten, wenn er die Gelegenheit zum „Boxenstopp“ in der Doppelstadt nutzt, um ein gewisses i-Tüpfelchen auf der Palette inländischer Skulpturenkunst wahrzunehmen.

Bis zu 500 Kilo schwere Objekte

In der perspektivisch so unterschiedlichen Parklandschaft des Mertenshofs sammeln sich von handlichen „Kleinkünsten“ bis hin zu 500-Kilogramm-Objekten, wie sie Hans-Pierre Schumann geschaffen hat, sehr unterschiedliche Schöpfungen aus verschiedenen Materialien. Zum dritten Mal ist das Gelände in erweiterter Ausprägung der Öffentlichkeit zugänglich. Der Weg führt durch die Großskulpturenwiese und die Eichenallee an der Teichlandschaft vorbei, hin zu Rondell und Sonnenuhrplatz. Auch Gräfte und Bauerngarten sind mit Skulpturen bestückt, ebenso sind die Bereiche „Glasfenster“ und „Übungsplatz“, Schafstall und Kastanienwiese mit Exponaten ausgestattet.

Von Glas bis Rubinie

Immer neu überraschen alle die Blickwinkel und Sichtachsen, die den Genuss von Natur und Kunst zum erhabenen Erlebnis werden lassen. Keramiken von Wendelin Gräbener und Glasarbeiten von Franz Winkelkotte, Stelen von Erika Post und Objekte aus Sandstein, Granit und Marmor von Roland Höft sind zwischen Graswald und Buchs zu bewundern. Der Warendorfer Bildhauer hat eine Arbeit auf der weltweit wichtigsten Kunstausstellung, der Biennale Venedig 2017, untergebracht.

Rainer Ern aus Lübbecke hat aus seiner „Vis-a-vis“-Serie ein 3,20 Meter hohes, blaues Objekt aus Rubinienholz auf der Großskulpturenwiese platziert. Einige Meter weiter ist die „Schwarze Stadt“ von Schumann nicht zu übersehen. Von Thomas Lehnigk aus Mecklenburg-Vorpommern sind Metallbilder, archaische Köpfe aus Stahl, zu sehen. Die Vielfalt der Formgebungen macht diese Kunstschau unter freiem Himmel zu einem nachhaltigen Event  – viele Objekte werden in guter Erinnerung bleiben.

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