Lintel will beim Dorfwettbewerb punkten
Bild: Sudbrock
30.000 Bienen summen auf der Obstwiese neben der Postdammschule. Die Jungen und Mädchen der Imker-AG kümmern sich gemeinsam mit Sonja Siebelt (l.) und Manuela Feldmann um die beiden Völker. Beim nächsten Dorffest soll der erste selbstproduzierte Honig verkauft werden.
Bild: Sudbrock

In nur anderthalb Stunden mussten die Linteler der Bewertungskommission ihren Ortsteil vorstellen. Der Zeitplan der Jury war eng getaktet. Und trotzdem: Auch im Schnelldurchlauf konnte der – zumindest flächenmäßig – größte Rheda-Wiedenbrücker Stadtteil mit seiner Vielfalt und einem ausgeprägten Wir-Gefühl überzeugen.

Beeindruckt zeigten sich die Jurymitglieder von dem 2015 gestarteten Projekt „Energieautarker Ortsteil Lintel“. Bis zum Jahr 2035 soll sämtliche Energie, die die knapp 1600 Einwohner und annähernd 100 Gewerbebetriebe benötigen, im Dorf produziert werden. Dass man diesbezüglich auf einem guten Weg ist, machte eine Stippvisite auf dem Hof Voltmann deutlich, wo unter anderem eine Photovoltaikanlage und ein mit Holzschnitzeln betriebener Biomassekessel arbeiten. Einige hundert Meter weiter erläuterte Ulrich Wiesbrock die Vorteile seiner vor einigen Jahren installierten Pelletanlage. Auch wenn der Ölpreis inzwischen wieder gesunken sei, rechne sich die Investition immer noch. Und das Beste: Auf fossile Brennstoffe könne er komplett verzichten.

Kurz vor der Grenze zu Wiedenbrück werden „Pedalritter“ an der Gaststätte „Jägerheim“ seit wenigen Tagen mit Strom versorgt: Die Ladestation für Elektrofahrräder solle nicht die einzige ihrer Art im Ort bleiben, wie Herbert Ewers von der Projektgruppe „Energieautarkes Lintel“ der Jury versicherte. Stolz sind die Linteler auf ihr ausgeprägtes Vereinsleben. Ernst Wiesbrock von der 1928 gegründeten „Ecke Sagemüller“ berichtete, dass die Karnevalssitzung inzwischen zu den größten Veranstaltungen im Stadtgebiet gehöre und jedesmal bereits Wochen vorher ausverkauft sei.

An der Postdammschule verwöhnten die Landfrauen die Wettbewerbskommission mit selbstgemachtem Rhabarberlikör. Dazu gab es einen Löffel Rapshonig: Der süße Brotaufstrich stammte von fleißigen Bienen, die seit einiger Zeit auf der Obstwiese neben der Schule ihr Domizil haben. Kinder der neu gegründeten Imker-AG kümmern sich unter fachkundiger Aufsicht um die Hege und Pflege der Immen.

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