Rasenrahmen rückt Rosen in den Fokus
Bild: Werneke
Die Planung für die Umgestaltung des Rosengartens in Rheda stellten vor: (v. l.) Klaus Geppert, Gartenbauingenieur der Flora Westfalica GmbH, Uwe Henkenjohann, Aufsichtsratsvorsitzender der Flora Westfalica GmbH, Bürgermeister Theo Mettenborg und die Planer Philipp Büsselmann und Ehm Eike Ehrig von „L-A-E Landschaftsarchitekten Ehrig & Partner“.
Bild: Werneke

Für Januar ist der Beginn der Umgestaltungsmaßnahme geplant, die einen Abschnitt innerhalb der gesamten Modernisierung des Flora-Westfalica-Parks darstellt. Am Montag ist das Konzept des beauftragten Planungsbüros „Landschaftsarchitektur Ehrig & Partner“ aus Bielefeld vorgestellt worden. Demnach wird die Grundstruktur mit einer Mittelachse zwischen zwei markanten Punkten erhalten bleiben. Dies sind heute der Eingangsbereich an der Gütersloher Straße auf der einen Seite und der Pavillon auf der anderen, der jedoch abgerissen wird. Neu ist die Ausgestaltung, die auf eine Verbesserung der Eingangssituation, der Sichtbeziehungen und der Aufenthaltsqualität abzielt.

Vor allem soll die Rosenpracht in den Fokus gerückt werden. „Das Besondere gehört auf das Silbertablett“, betonte Ehm Eike Ehrig, Geschäftsführer des Planungsbüros. Zwölf symmetrisch angeordnete Beete sollen mit rund 140 Rosenstöcken bepflanzt werden. Wie ein Bild sollen sie durch ein Rasenpassepartout gerahmt werden und besonders zur Geltung kommen. Diese Rasenflächen ersetzen die bisherigen äußeren Beete. Auf spannungsreiche Kontrastierung wird auch bei jedem einzelnen Blumenbeet gesetzt. Jedes wird mit schlichten Spindelsträuchern eingefasst. Diese Pflanze sei im Gegensatz zu Buchsbaum, den sie ersetzen soll, „absolut robust“, versicherte Ehrig. Buchsbaum drohe allgemein wegen Pilzbefalls zum „Totalausfall“ zu werden. Zudem werde er, wie Klaus Geppert, Gartenbauingenieur der Flora-Westfalica GmbH, informierte, vom Insekt Buchsbaumzünsler geplagt.

Farbig und duftend

Gleich zu Beginn seines Spaziergangs soll der Gartenbesucher von vier klassischen Rosenbeeten in den Farben Weiß, Rot und Rosa empfangen werden. Im Wechsel werden zwei Staudenrabatte, vier Rosen- und wieder zwei Staudenflächen folgen. „Wie bei einer Fuge in der Musik“, erläuterte Ehrig zu dem Rhythmus, der Blütenpracht über das ganze Jahr bescheren soll. Bei der Rosenauswahl werde zum einen auf verschiedene Höhen, also von bodendeckend bis zu hochstämmig, Wert gelegt sowie auf hohe Widerstandsfähigkeit. Auch sollen die Rosen wiederholt blühen – also nicht nur im Juni und Juli, sondern auch im August und September. Und vor allen Dingen soll es einfach dufte werden im neuen Garten, der nicht zuletzt mit Hinguckern aufwarten soll, die Wohlgeruch verströmen.

Säuleneichen im Eingangsbereich

Zwischen den zwei Polen der Mittelachse soll sich ein Spannungsbogen entfalten. Dazu wollen die Planer die zwei Punkte jeweils zu einem Blickfang, zu einem so genannten „Point du Vue“, umgestalten. „Wir öffnen den Eingangsbereich“, führte Ehrig aus, dass an der Gütersloher Straße ein Teilabschnitt der Pergola entfernt und insgesamt in diesem Bereich aufgeräumt werde. In ihm standen während der Landesgartenschau 1988, für die auch der Rosengarten angelegt wurde, unter anderem die Kassenhäuschen. Künftig sollen bogenförmig Säuleneichen angepflanzt werden, die die Rundform des Brunnens aufnehmen. Zwischen ihnen sollen sich einladende Lücken auftun und am Wasserspiel neue Sitzgelegenheiten zum Verweilen einladen.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Mittelachse steht aus Landesgartenschauzeiten noch das Pavillondach. Stattdessen soll als farbenfroher Anziehungspunkt an der Südseite des Rosengartens ein rund 50 Quadratmeter großes Rundbeet mit Wechselflorbepflanzung entstehen, so dass das gesamte Jahr über etwas blüht. An Sitzgelegenheiten in den Flanken werden die Planer nicht rütteln. Aber es wird angestrebt, diese Bereiche besser einsehbar zu gestalten. Zudem soll ein Auslichten der Seitenbereiche dazu beitragen, dass die Ems deutlicher als bisher zur Geltung kommt.

Mit Beleuchtung

Auch zu vorgerückter Stunde sollen sich die Besucher des Rosengartens darin wohlfühlen. Dazu haben die Planer ein Beleuchtungskonzept ersonnen, das die Säuleneichen atmosphärisch anstrahlen und den Eingangsbereich sowie die Mittelachse erhellen wird. Die Umsetzung der Maßnahme ist für den Zeitraum von Januar bis Mai 2018 geplant. Die Pflanzen müssen allerdings Wurzeln schlagen, gab Ehm Eike Ehrig zu bedenken, dass wohl frühestens ein Jahr später mit einem „Feuerwerk“ an Blütenpracht gerechnet werden darf. Die Pflege des Rosengartens bleibt nach wie vor in den Händen der Flora Westfalica GmbH. Schon seit Jahren kümmert sich insbesondere Bauhofmitarbeiter Clemens Kersting um den Parkabschnitt mit den blühenden Königinnen.

Ein Abschnitt im Gesamtkonzept

Die Umgestaltung des Rosengartens ist ein Abschnitt innerhalb der umfassenden Modernisierung des Flora-Westfalica-Parks, die der Rat 2012 beschlossen hat. Für dieses Gesamtpaket seien rund drei Millionen Euro und Fördermittel angesetzt, erläuterte Uwe Henkenjohann, Aufsichtsratsvorsitzender der Flora Westfalica GmbH. Sie vollzieht sich in mehreren Abschnitten. Die ersten Baumaßnahmen erfolgten im Frühjahr 2013. „Der Rosengarten ist ein Identifikationspunkt für die Rheda-Wiedenbrücker“, betonte Bürgermeister Theo Mettenborg. Das ist auch den Planern von „L-A-E Landschaftsarchitekten Ehrig & Partner“ bewusst, für die sich laut Henkenjohann letztlich die Aufsichtsratsmehrheit entschieden habe. Die Baukosten werden mit rund 194 000 Euro netto veranschlagt, zudem stellt ein Spender, der anonym bleiben möchte, 50 000 Euro zur Verfügung. Das Freischneiden der Uferbereiche wird aus laufenden Mitteln finanziert. Ein Parkabschnitt, der ebenfalls modernisiert wird, ist die Spielerei. Sie bleibe erhalten und werde laut Mettenborg ab dem Herbst kommenden Jahres erneuert.

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