Tönnies erwartet Wachstumsimpuls

Will den weltweiten Vertrieb seiner Produkte ausbauen: Konzernchef Clemens Tönnies setzt auf Wachstum in Ländern und Regionen wie Asien, den USA und Russland.

Beispiel China: „Uns hat der Importstopp sehr überrascht“, sagte Gesellschafter Clemens Tönnies (60) gestern bei der Bilanzpressekonferenz des Konzerns in Rheda-Wiedenbrück. Bis zu 1000 Container sind normalerweise in Richtung China im Umlauf. Tönnies glaubt, dass die seit Februar geltende Sperre in den kommenden zwei Wochen aufgehoben wird.

USA: Warten auf deutsche Behörden

Auch in den USA möchte Tönnies aktiver werden. Die US-Behörden haben bereits grünes Licht für Lieferungen aus Deutschland gegeben, berichtet Tönnies, deutsche Behörden verzögerten derzeit jedoch noch die Genehmigung des Geschäfts. Immerhin kann die dänische Tochter Tican, die 2015 übernommen wurde, Barbecue-Fleisch in die Staaten exportieren.

Russland weiter im Aufbau

In Russland ist Tönnies derzeit immer noch dabei, ausreichende Mastkapazitäten für den Aufbau einer eigenen Schlachtung aufzubauen. In diesen Tag sind laut dem Firmenchef der 13. und 14. Mastbetrieb in der Region Woronesch – 500 Kilometer südlich von Moskau – fertiggestellt worden. Tönnies befinde sich derzeit zudem in Gesprächen mit einem russischen Kooperationspartner. Insgesamt will Tönnies in Russland 1,5 Millionen Schweine jährlich mästen – und dann möglichst in einem eigenen Betrieb vor Ort schlachten und zerlegen.

Roboter im Stammwerk

Wichtigstes Standbein bleibt für den Konzern laut Tönnies der deutsche Markt, auch wenn das Geschäft nicht einfach sei: „Die Zeiten des überdimensionalen Wachstums in Deutschland sind vorbei“, sagte der 60-Jährige. Tönnies profitiere im Heimatmarkt von seiner effizienten Produktion und Innovationen, wie etwa einer besonderen Kühltechnik, durch die das Fleisch besonders zart sei. Tönnies setzt im Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück künftig erstmals Roboter ein. Bis September sollen 16 Automaten montiert werden, die körperlich besonders anstrengende Arbeiten – etwa das Zerteilen der Schweine in Hälften – übernehmen. „Die Entwicklung geht aber weiter“, sagte Tönnies im Gespräch mit der „Glocke“, ohne deutlicher zu werden.

Vision vom Campus in Rheda-Wiedenbrück

Ein weiterer Wunsch von Tönnies ist der Aufbau eines Campus in Rheda-Wiedenbrück. Bis zu 80 junge Leute sollen eine Ausbildung als Lebensmitteltechnologen erhalten. Tönnies schwebt eine Kooperation mit der Hochschule Ostwestfalen in Lemgo vor. Noch gebe es aber keine konkreten Pläne.

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