Affenpaar muss nicht nach China
Bild: Dr. Colin Goldner
Die beiden Schimpansen aus dem Tierpark Nadermann müssen abgegeben werden, weil die Mindesthaltungsstandards nicht erfüllt werden. Parkbetreiber Reinhold Nadermann wollte die Affen nach China verkaufen. Gestern Nachmittag zog er den Exportantrag dann überraschend zurück.
Bild: Dr. Colin Goldner

Das war bis Dienstagnachmittag zumindest der Plan von Parkbetreiber Reinhold Nadermann. Nachdem der Verkauf nach Tschechien laut „Pro Wildlife“ geplatzt war, habe er die Menschenaffen in einen chinesischen Safaripark exportieren wollen.

Weil nach einer Gesetzesänderung die Mindesthaltungsstandards für die Haltung der beiden Schimpansen in dem Privatzoo nicht erfüllt werden, müssen die Menschenaffen abgegeben werden. Mehrere Tierschutzorganisationen schlugen Alarm, weil Betreiber Reinhold Nadermann die Tiere nach China verkaufen wollte. Sie fürchteten, dass die Schimpansen dort „in schlimmsten Verhältnissen“ leben würden. Bei einer Unterschriftenaktion konnten sie 13 000 Stimmen sammeln.

Auf Nachfrage der „Glocke“ wollte sich Nadermann zu den Vorwürfen nicht äußern. Dann am späten Dienstagnachmittag aber die Erlösung für die besorgten Tierschützer: „Der Zoo hat uns informiert, dass er die Tiere nicht mehr nach China exportieren will“, erklärt Franz Emde, Pressesprecher des Bundesamts für Naturschutz. Wohin die Schimpansen gebracht werden, ist indes noch unklar.

Die Tierrechts- und Artenschutzorganisationen „Great Ape Project“, „Pro Wildlife“, „Animal Public“ und „Peta Deutschland“ wollten den Export der beiden Affen in den chinesischen Safaripark in Guangzhou stoppen. Die Organisationen hatten nach eigenen Angaben bereits an Reinhold Nadermann appelliert, die Schimpansen in die niederländische Auffangstation AAP zu überführen. Diesem Vorschlag wollte Nadermann allerdings nicht folgen, erklären sie.

„Herr Nadermann hat uns gegenüber immer beteuert, er wolle mit den Tieren kein Geld verdienen. Aber in die Auffangstation möchte er sie auch nicht geben, obwohl die Tierschutzorganisationen den Transport bezahlen würden“, erklärt Annette Sperrfechter von „Pro Wildlife“.

Die Tierschützer fürchten, dass den beiden gut 30 Jahre alten Menschenaffen eine grausame Zukunft in China hätte bevorstehen können. „Safariparks in Guangzhou sind dafür bekannt, Schimpansen für den Tourismus zu missbrauchen und sie in schlimmen Verhältnissen zu halten“, sagt Dr. Sandra Altherr. In China gebe es kein Tierschutzgesetz und das Land sei wegen des grausamen Umgangs mit Tieren oft in den Schlagzeilen gewesen.

SOCIAL BOOKMARKS