Bürgerradweg eingeweiht
Bild: Engelbrecht
Im Beisein vieler Gäste wurde der Bürgerradweg entlang der Landesstraße 791 am Sonntag offiziell eingeweiht.
Bild: Engelbrecht

Kaum war das obligatorische Band durchgeschnitten, setzte sich Rietbergs stellvertretender Bürgermeister Werner Bohnenkamp in seinen Scooter und düste über die Strecke: Sein Fazit: keine Huckel, alles schön flach und glatt.

„Der Radweg scheint eine Volksfeststimmung mit sich zu bringen“, stellte Michael Esken, Verwaltungschef der Nachbarkommune Verl, fest. Männer, Frauen und Kinder waren – zum Teil mit dem Rad – zum Hof Frenz gereist. Das zeige, dass der Weg auch für die nächsten Generationen gedacht und gebaut ist. Leicht sei der Prozess mit den Behörden nicht gewesen, gab Esken zu. „Doch das Gute an der Sache war, das alle wollten.“

Das stellte auch Ulrich Pollmüller, Initiator des Radwegs und Ratsmitglied der Stadt Verl, heraus. Im Jahr 2014 wurde eine Unterschriftenaktion gestartet. Auf der Prioritätenliste des Landesbetriebs Straßenbau NRW stand das Projekt jedoch weit hinten. Die Alternative? Ein Bürgerradweg. Heißt, Förderung durch Straßen NRW, den Rest zahlen die Kommunen. Und: Die Bürger begleiten und setzen das Projekt mit um. 2015 wurden Gelder in beiden Kommunen bereitgestellt. Doch das nächste Problem nahte: die Bahnüberquerung auf Verler Seite. Esken versprach, sich für die Bürger einzusetzen. „Heute können wir feststellen: versprochen? Versprechen gehalten“, betonte Pollmüller. Vereinbart wurde ein Kompromiss: Bauen in zwei Abschnitten.

Der erste Abschnitt zwischen Westfalenweg und Stahlstraße mit 923 Metern ist nun fertig. „Mit Hilfe vieler fleißiger Hände und den gesponserten Maschinen ist es uns gelungen, den Bürger-Anteil zu erbringen“, sagte Pollmüller. Die letzten Arbeiten der engagierten Freiwilligen wurden am Samstag vor dem offiziellen Baubeginn am 9. August abgeschlossen. „Den Lückenschluss zur Gütersloher Straße bekommen wir auch noch hin“, versprach Pollmüller. Die Arbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen. Insgesamt wird der Weg eine Länge von 1,214 Kilometern und eine Breite von 2,50 Metern haben. Die Kosten belaufen sich ohne Planung und Grunderwerb auf 558 000 Euro. Rietberg trägt davon 234 000, Verl 324 000 Euro. Nach der offiziellen Einweihung kamen die Gäste auf dem Hof noch zu Grillwürstchen sowie Kaffee und Kuchen zusammen. Den Rückweg bestritten einige auch mit dem Rad – dank der vorherigen Testfahrt von Werner Bohnenkamp eine Fahrt ohne Bedenken.

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