City-Outlet: Mehrheit für Bürgerentscheid
Bild: von Stockum
Bei der Bürgerversammlung zu den Veränderungen am Nordtor wurde deutlich, dass Rat und Wähler offenbar nicht einer Meinung sind.
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Ob es seitens der Bevölkerung letztlich auch eine breite Mehrheit für das Outlet-Projekt selbst geben wird, ist allerdings ungewisser denn je. Nach anfänglicher Begeisterung für das ambitionierte Vorhaben der Investoren um die Architekten Meyer mehrten sich zuletzt kritische Stimmen.

Auf jeden Fall aber dürfte für Rat und Verwaltung ein eindeutiges Meinungsbild bei einem Bürgerentscheid herausspringen, das der Politik dann die Richtung vorgeben sollte: Geht man den Weg weiter und treibt das Vorhaben voran oder muss die Idee vom Einkaufsparadies zur Belebung der Innenstadt begraben werden?

FDP macht Druck

Nachdem Andreas Sunder am Montag von den Fraktionen verlangt hatte, sich bei der nächsten Ratssitzung eindeutig zum Outlet zu positionieren, legte tags drauf die FDP nach und forderte zum wiederholten Male, den Bürgern die Entscheidung zu überlassen, ob die Idee mit all ihren Konsequenzen struktureller Art weiterverfolgt werden soll.

Dieses Mal wurden die Liberalen allerdings sehr konkret: Wenn nicht Sunder aktiv werde, wolle man selbst am 9. November einen entsprechenden Antrag stellen und der direkten Demokratie Vorschub leisten.

Die Verwaltung hatte zunächst auch andere Formen der Beteiligung ins Spiel gebracht beispielsweise Workshops. Aber auch eine Umfrage wie jene zur Zukunft des Gartenschauparks im vergangenen Jahr wurde in Erwägung gezogen.

Offen gegenüber Bürgerentscheid

Davon ist zwei Tage später allerdings keine Rede mehr. Stattdessen signalisieren alle politischen Lager Zustimmung für die große Lösung, den Ratsbürgerentscheid.

Bürgermeister und Stadtverwaltung stehen der Abstimmung eigenen Angaben zufolge offen gegenüber. „Egal wie die Entscheidung bei einem Ratsbürgerentscheid ausfiele, so oder so hätten wir ein Votum aus der Bevölkerung. Also eine Mehrheit dafür oder dagegen. Im Sinne der Verlässlichkeit, die wir hier in Rietberg allen Projektbeteiligten und auch den Investoren schuldig sind, wäre ein klares Signal sehr zu begrüßen“, betont Bürgermeister Sunder in einer Pressemitteilung.

Er bekenne sich ausdrücklich zu dieser Innenstadtentwicklungsidee. Denn sie böte eine Chance, den Stadtkern auch als Einkaufsstadt wieder attraktiv zu gestalten, heißt es weiter. Andreas Sunder: „Sämtliche Bemühungen in der Vergangenheit, wieder Geschäfte anzusiedeln und den Handel zu stärken, haben sich als nicht realisierbar erwiesen.“

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