Dokument des Missfallens überreicht
Bild: Vredenburg
Haben eigenen Angaben zufolge bei das langfristige Wohl der Bürger im Blick: Walter Kirchgessner, Sprecher der Initiative gegen die Bebauung der Grünfläche an der Dr.-Bigalke-Straße, und Bürgermeister Andreas Sunder (v. l.). Letzterem ist jüngst eine Liste mit 1281 Unterschriften übergeben worden.
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Walter Kirchgessner überreichte das „Dokument des Missfallens“ verbunden mit der Hoffnung, dass das Stadtoberhaupt mit allen Beteiligten nach einer Lösung suche, „die dem hier vorgetragenen Begehren gerecht wird“. Sunder erklärte: „Mit dem Einwand der Initiative werden wir uns im Rahmen des Bauleitplanverfahrens befassen.“ Heiner Koop verwies auf den vielfach geäußerten Unmut der Bürger. „Ich denke, es ist an der Zeit, nicht nur uns als Gruppe, sondern die gesamte Bevölkerung mit ins Boot zu holen, denn viele glauben, dass alles bereits entschieden ist“, sagte er. Sunder bestritt dies.

Kirchgessner findet es „verwunderlich“, dass niemand der 39 Ratsmitglieder sich öffentlich zu dem Begehren der Initiative geäußert habe. „Wir sind ein bisschen in die Rolle einer außerparlamentarischen Opposition geraten.“ Die Parteien seien nach dem Grundsatzbeschluss quasi abgetaucht. Die Vielfalt der Meinungen in der Bürgerschaft hätten die politischen Vertreter nicht zum Ausdruck gebracht.

Die Initiative kritisiert zudem, dass die vorgestellten Pläne in öffentlichen Versammlungen von Verwaltung und Investoren stets als alternativlos dargestellt worden seien und dass immer wieder der einstimmige Ratsbeschluss zur Eröffnung des Planverfahrens betont werde. Die beabsichtigte Veräußerung eines 1200 Quadratmeter großen Teils der öffentlichen Erholungs- und Aufenthaltsfläche sei bei den Bürgern aber auf großen Protest gestoßen.

„Inmitten eines für die Stadtplanung bedeutenden Grünzugs entlang der Ems sollen zwei Baugrundstücke geschaffen werden, die einer Familie zugesprochen werden sollen, auf deren aktuelles Grundstück die Outlet-Investoren zugreifen wollen“, machte die Initiative in einem Brief deutlich. In der Begründung der 5. Änderung des Bebauungsplans Nr. 236 „Wullbrock“ vom September 2016 sei die Nachverdichtung am Drosselweg mit Hinweis auf den gegenüber der Ems liegenden „bedeutsamen Grünzug“ noch als verträglich dargestellt worden. „Nur wenige Wochen später wird von der Verwaltung in dem erweiterten Bebauungsplan eine Fläche für die Wohnbebauung genau in dieser bedeutsamen Grünfläche ausgewiesen“, ärgert sich die Initiative.

Walter Kirchgessner appellierte an das Stadtoberhaupt: „Lassen Sie uns gemeinsam das langfristige Wohl der Bürger in Rietberg an die erste Stelle setzen.“ Andreas Sunder entgegnete: „Das ist meine Mission, wir haben aber viele Abhängigkeiten und Entwicklungsbaustellen.“

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