„Eine Technik wie zu Kaisers Zeiten“
Bild: von Stockum
Wenn es um die Ausstattung ihres Ratssaals angeht, gönnen sich die Rietberger eher wenig.
Bild: von Stockum

Kann er letztere Bedingung nicht erfüllen, geht es ihm wie vielen Zuschauern und Medienvertretern im Kommunalparlament, die allzu häufig informationstechnisch im Dunkeln tappen.

Der Ratssaal ist als solcher nicht konzipiert worden, und das merkt man ihm auch an. Bei Sitzungen von Ausschüssen oder dem Kommunalparlament selbst ist die störungsanfällige Klima- und Belüftungsanlage das kleinste Übel. Viel schwerer wiegen die Malessen mit der Ton- und Präsentationstechnik. Wer hinten sitzt, muss sich schon sehr konzentrieren und ausgesprochen gut hören sowie sehen können, um nachzuvollziehen, was sich am anderen Ende des Saals in Höhe der Verwaltungsspitze tut – insbesondere dann, wenn Powerpointpräsentationen über den Beamer an eine Leinwand projiziert werden.

Vor nicht allzu langer Zeit hat die CDU-Fraktion deshalb den Antrag gestellt, die Technik im Alten Progymnasium dergestalt aufzurüsten, als dass es künftig selbst denen im rückwärtigen Bereich möglich ist, den Sitzungen ohne größere Anstrengungen zu folgen. Eine gute Idee, meinten auch die anderen Fraktionen. Die Verwaltung ging sogar noch einen Schritt weiter: Wenn man sich schon an der Ausstattung des Raums zu schaffen mache, dann müsse man gründlich zu Werke gehen und umfassend modernisieren. Soll heißen: Decke runterreißen, Klima- und Lüftungsanlage samt Informationstechnik modernisieren, alles wieder verkleiden und künftig unter optimalen Rahmenbedingungen debattieren. Bürgermeister Andreas Sunder warb also während der jüngsten Ratssitzung für die Erstellung eines Gesamtkonzepts.

Der Vorschlag stieß auf ein geteiltes Echo: Während sich beispielsweise die beiden Sozialdemokraten Walter Schrewe („Technik wie zu Kaisers Zeiten!“) und Gerd Muhle für eine große Lösung stark machten – sie und ihre Kollegen hocken ganz hinten –, ebbte die Begeisterung nach vorn hin, also in Richtung der privilegierten Sitze, deutlich ab. Dr. Ute Buchheim (FWG) und Heinrich Isenbort (CDU) etwa, die beide kurz vorm Podium sitzen, waren sich ausnahmsweise einig und winkten ab. Man habe derart viele Baustellen vor der Brust, als dass eine weitere gerade noch fehle.

Letztlich verständigte sich der Stadtrat darauf, mit kleinen Lösungen – etwa Monitoren im hinteren Teil des Saals – für Erleuchtung zu sorgen. Über größere Maßnahmen werde man dann später reden müssen, sagte Andreas Sunder.

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