Für Kaufleute eine existenzielle Frage
Einzelhändler möchten die Rathausstraße als lebendige Bummelmeile erhalten. Mehrheitlich unterstützen sie daher die Idee eines City-Outlets.

Votierte beispielsweise eine Mehrheit gegen das Vorhaben der Investoren und scheiterte dasselbe, wäre das derzeit einzige Konzept zur Belebung und Zukunftssicherung der Innenstadt ein Fall für den Papierkorb.

Jüngste Entwicklung überrascht Kaufleute

Es sei zuletzt ja eigentlich sehr schön für das Outlet gelaufen, sagte Simon Tölle als Sprecher der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Rathausstraße. Umso mehr seien er und seine Mitstreiter über die jüngsten Entwicklungen überrascht gewesen.

Jammern jedoch hilft nicht, weiß der Kaufmann: „Es ist jetzt so, der Ratsbürgerentscheid wird aller Voraussicht nach kommen. Nun ist es an uns, für die Outlet-Idee zu werben.“

Belebung der Innenstadt ist das Ziel

Dahinter stecke das nachhaltigste Konzept zur Belebung der Innenstadt und gegen ihre schleichende Verödung. Die ganze Sache wird für die Kaufleute insofern nicht leichter, als dass ein wahrscheinlicher Ratsbürgerentscheid nur eine von verschiedenen Baustellen ist.

„Die Konkurrenz schläft nicht“, sagt Simon Tölle, und verweist unter anderem auf das Einkaufszentrum Loom in Bielefeld mit 110 Geschäften, das am Donnerstag mit einer dreimal so großen Verkaufsfläche an den Start gegangen ist, wie sie die Planungen für das City-Outlet in Rietberg vorsehen.

Probleme müssen angepackt und gelöst werden

Aber auch innerörtliche Vorhaben wie ein Fachmarkzentrum an der Westerwieher Straße trügen nicht zur Stärkung der City bei, weiß der Sprecher der ISG.

„Auch wenn wir innerhalb der ISG mehrheitlich hinter der Outlet-Idee stehen, sind wir nicht kritiklos“, betont Tölle. Probleme, die sich bei der Umsetzung des Vorhabens auftäten, müssten angepackt und gelöst werden.

Zeit bis zur Entscheidung nutzen

Die Zeit bis zum 9. November – an dem Tag soll das Kommunalparlament darüber entscheiden, ob es zu einem Ratsbürgerentscheid kommt – will die Gemeinschaft nutzen, sich über ihr weiteres Vorgehen zu beraten.

Bürgermeister Andreas Sunder hat sich am Donnerstag mit Kaufleuten von der Rathausstraße getroffen, um ihnen die Situation zu erläutern. Schon im Vorfeld machte Tölle klar: „Wir müssen die Rietberger informieren und mitnehmen.“ Zuletzt aber sei es an jedem selbst, sich zu fragen, ob er eine lebendige Innen- oder lieber eine Wohnstadt wolle.

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