„Fury“ reißen 750 Fans von ihren Sitzen
Bild: Vredenburg
Mit Songs wie „Welcome to my Little World“ oder „Dead And Gone“ hat „Fury in the Slaughterhouse“, einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands, am Dienstag die Cultura in Rietberg zum Kochen gebracht. 750 begeisterte Fans feierten die Band um Frontmann Kai Wingenfelder auf ihrer Akustik-Tour.
Bild: Vredenburg

Vogelgezwitscher ertönt. Ruhige Gitarrenklänge erfüllen das künstlich vernebelte Theaterrund. Kai Wingenfelder singt mit ungebrochen frischer Stimme „Welcome to my little World“. Schon der Konzertauftakt verspricht einen besonderen Abend. In den nächsten zweieinhalb Stunden schöpfen die Jungs aus dem Vollen ihrer 30-jährigen Bandgeschichte.

„Einige Stücke haben wir etwas überarbeitet, andere dürfen nicht verändert werden, weil sie auch heute noch gut sind, so wie sie sind“, erklärt Frontmann Kai Wingenfelder. Hier und da sind neue Instrumente eingebaut. Eine Mundharmonika etwa, die wie ein Didgeridoo klingt.

Songs der Band entstehen in kleinen Pinten in Frankreich

Die knuffigen kleinen Pinten in Rietbergs historischer Altstadt erinnern Wingenfelder an eine Kneipe im Süden Frankreichs. Die Band habe Christof Stein-Schneider und ihn vor Jahren dazu verdonnert, dort Urlaub zu machen und Musik zu schreiben. Dabei seien Songs wie „Waiting for Paradies“ und „Every Generation got its own Disease“ aus dem 1993 veröffentlichten Album „Mono“ entstanden. Letzteren bezeichnet Wingenfelder als seinen persönlichen Lieblingssong, weil er trotz seiner 24 Jahre immer aktuell bleibe.

Dass nicht jeder Song instrumental überladen sein muss und die wahre Kunst darin besteht, nur die Instrumente zu nutzen, die man gerade so braucht, dafür steht das unter die Haut gehende Stück „Things Like This“ mit Kai Wingenfelder am Mikrofon, der Multiinstrumentalistin Anne de Wolff am Cello und Christof Stein-Schneider am Klavier.

Fingenfelder und Co. verwandeln Cultura in „Donnerkuppel von Rietberg“

Der heutige Musikwahnsinn schmeckt „Fury“ ganz und gar nicht. Um sich davon abzugrenzen, haben die Rocker aus Hannover sich für das Album zu ihrer Little Big World-Tour gute Freunde wie Wolfgang Niedecken und John Watts mit ins Boot geholt, „die noch älter sind, als wir“, witzelt Wingenfelder. Den in dem Album enthalten Remix des Songs „Radio Orchid“ servieren die Musiker ihrem Rietberger Publikum in der Urversion – mit Christof Stein-Schneider an der Trompete als Besonderheit.

Nach eineinhalb genussvollen Stunden blasen die Mandolinen zum Angriff. „Jetzt ist Schluss mit lustig“, frotzelt Wingenfelder und fordert die gemütlich wippenden Fans auf, sich aus den Sesseln zu erheben und „den Laden hier zur Donnerkuppel von Rietberg“ zu machen. Songs wie „Dead And Gone“ oder „Won‘t forget these days“ spiele „Fury“ nur vor stehendem Publikum – das vor Begeisterung tobt.

SOCIAL BOOKMARKS