Geht Jugendarbeit nicht weit genug?
Bild: Vredenburg
Bis zur nächsten Sitzung des Schul- und Sozialausschusses soll geprüft werden, ob die Öffnungszeiten im Haus Reilmann in Mastholte ausgedehnt werden können.
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„In anderen Kreisen ist die aufsuchende Jugendarbeit längst fester Bestandteil des Konzepts. Warum nicht bei uns?“, hakte Werner Bohnenkamp (FWG) nach. „Bisher hielten wir es für ausreichend, die Jugendhäuser anzubieten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Zielgruppe gar nicht überall aufgesucht und von den Sozialarbeitern verfolgt werden möchte“, erklärte Grube. Bohnenkamp widersprach dem. Er selbst habe junge Menschen „im konspirativen Bereich“ angesprochen und genau das Gegenteil erfahren. „Es geht darum, Kinder und Jugendliche mitzunehmen und da abzuholen, wo andere sie vergessen haben“, machte Bohnenkamp deutlich. Sich selbst Überlassene seien leichte Beute für „Rattenfänger, die sie radikalisieren“.

Mit dieser Bemerkung knüpfte er an Grubes vorangegangenen Bericht über die Offene Kinder- und Jugendarbeit im Jahr 2017 an, in dem das Thema Radikalisierung einen (nicht für alle verständlich) breiten Raum einnahm. „Wo ist der Bezug zur Arbeit mit den jungen Leuten hier vor Ort?“, wunderte sich Marco Talarico (CDU). Walter Schrewe (SPD) und Matthias Stolper, Schulleiter des Gymnasiums, unterstützten Bohnenkamps Anliegen. Grube verwies indes auf die Arbeit in den Jugendhäusern, in denen es darum gehen solle, den Nachwuchs so zu stärken, dass er für Radikalisierung nicht empfänglich sei.

„Tolle Idee“, spottete Hajo Ahrens (FWG). „Das Problem ist aber, dass man nicht an sie herankommt, weil sie auf der Straße sind und nicht im Jugendhaus.“ Darüber hinaus kritisierte er, dass das Jugendhaus in Rietberg 28 Stunden, in Neuenkirchen 24 Stunden und in Mastholte nur zehn Stunden in der Woche geöffnet sei. Ralf Langenscheid (FWG) ergänzte: „Es kann nicht sein, dass der zweitgrößte Ortsteil so stiefmütterlich behandelt wird.“ Grube begründete die Öffnungszeiten in Mastholte mit Eckwerten im Jugendförderplan, „die eingehalten werden müssen“. Für eine Außenstelle wie das Haus Reilmann gelten demnach Öffnungszeiten von acht bis zehn Stunden in der Woche. Sie versprach aber, beide Anliegen „mitzunehmen, weiterzugeben und erneut zu prüfen“. Ausschussvorsitzende Ute Buchheim schlug vor, beide Themen in der nächsten Sitzung noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen.

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