Gerätehaus wird teurer als gedacht
Bild: Inderlied
Platz geschaffen für ein neues Feuerwehrgerätehaus für den Löschzug Mastholte wird derzeit an der Lippstädter Straße. Seit Tagen schon sind schwere Maschinen im Einsatz, um das alte Gebäude dem Erdboden gleichzumachen. Mitte des nächsten Jahrs sollen die Bauarbeiten beginnen. Die Fertigstellung ist für Sommer 2019 geplant.
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Waren zunächst zwei Millionen Euro angesetzt, wird das Volumen von den Fachleuten im Rathaus mittlerweile mit 2,6 Millionen Euro beziffert. Noch vor dem ersten Spatenstich bedeutet das eine Steigerung um 30 Prozent. In der Regel sind es einfache Industriebauten, die den Löschzügen als Unterkunft dienen. In der Beziehung soll Mastholte keine Ausnahme bilden. Einziger Luxus, wenn man es denn so nennen möchte, soll eine schieferverkleidete Außenfassade sein, die der Lage des Grundstücks geschuldet ist: Am Ortseingang sähe die Verwaltung gern ein ortsbildprägendes Objekt statt eines spröden Zweckbaus.

Außenfassade aus Schiefer kostet 60.000 Euro

Diese gestalterische Maßnahme allerdings erklärt das erhöhte Investitionsvolumen nicht. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Außenfassade verursacht sie gerade einmal Mehrkosten von etwa 60 000 Euro. Das jüngste Feuerwehrgerätehaus, das die Stadt Rietberg in Auftrag gab, entstand bekanntlich in Neuenkirchen. Einzugstermin war im Mai 2012. Die dortigen Baukosten von etwa 1,2 Millionen Euro wirken mit Blick auf den Mastholter Bedarf heute beinahe schnäppchenverdächtig.

Exorbitante Steigerung bei den Baukosten

Ein Vergleich der beiden Einrichtungen – das wurde während der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Verkehrsausschusses deutlich – ist nur eingeschränkt möglich. Zumal er auch wenig bringt: Der Preis ist veraltet. Es habe in der jüngeren Vergangenheit eine exorbitante Steigerung bei den Baukosten gegeben, weiß der zuständige Fachbereichsleiter im Rietberger Rathaus, Matthias Setter.

Gesetzliche Vorgaben treiben Preis nach oben

Das ist ein Grund, warum das prognostizierte Investitionsvolumen verhältnismäßig hoch ausfällt. Punkt zwei sind die Größenverhältnisse: Das Feuerwehrgerätehaus in Neuenkirchen ist zum einen kleiner, zum anderen aber auch einfacher in der Bauweise. Zuletzt haben sich gesetzliche Anforderungen und Normen, die bei der Errichtung berücksichtigt werden müssen, gravierend verändert. Das Raumprogramm beispielsweise orientiert sich an Vorgaben der Unfallkasse.

Bauausschuss gibt grünes Licht

Um den Zeitablauf des Projekts nicht zu gefährden, stimmte der Bauausschuss jüngst der Umsetzung der Maßnahme zu. Gleichzeitig beauftragte er die Verwaltung, die weitere Ausführungsplanung zu veranlassen und anschließend in das Ausschreibungs- beziehungsweise Umsetzungsverfahren zu gehen. Baubeginn soll Mitte des kommenden Jahres sein. Im Sommer 2019 könnte der Löschzug einziehen.

Erforderlich ist die Maßnahme, weil das aktuelle Gerätehaus schon länger nicht mehr den Anforderungen entsprecht – weder räumlich noch energetisch. Jahrelang wurde nach einem geeigneten Ersatzstandort gesucht.

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