Grafschaftler planen eigenes Vereinsheim
Bild: Vredenburg
Ein Blick in die Karnevalsscheune: Die Rietberger Grafschaftler wissen nicht, wie lange sie das Quartier an der Westerwieher Straße noch nutzen dürfen. Aus diesem Grund denken sie über den Bau eines eigenen Vereinsheims nach. Bereits im Jahr 2001 hatten sie auf einer Mitgliederversammlung beschlossen, Überschüsse für die Finanzierung zurückzulegen.
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„Wir wissen nicht, wie lange wir die Karnevalsscheune an der Westerwieher Straße und das Archiv im alten Bahnhofsgebäude noch nutzen können“, teilte Präsident Robert Junkerkalefeld während der Mitgliederversammlung mit. Noch seien beide Mietverhältnisse ungekündigt, „wir sind aber bemüht, für den Tag X eine räumliche Lösung zu finden, die unseren Erfordernissen entspricht“.

Konkreter wurde Schatzmeister Helmut Stockmeier, der in seinem Kassenbericht einen Jahresüberschuss von 14 238 Euro (20 280 im Vorjahr) und damit ein Rekordvermögen von 80 822 Euro präsentierte. „Stocki“ erinnerte an den 2001 gefassten Mitgliederbeschluss, dass Überschüsse für den Bau eines Vereinsheims zurückgelegt werden sollen. „Wir werden wahrscheinlich sogar über eine Finanzierung nachdenken müssen, aber darüber informieren wir, wenn es soweit ist“, erklärte Stockmeier.

Auch von den „gravierenden Veränderungen der Innenstadt durch die Outlet-Planungen“ fühlen sich die Karnevalisten direkt betroffen. Junkerkalefeld betonte, „dass wir unsere Altweiber- und Rosenmontagszüge auch weiterhin auf und neben der Rathausstraße durchführen wollen und nicht in Neuenkirchen, Mastholte, Westerwiehe oder sonst wo“. Selbst nach Inbetriebnahme des City-Outlets müsse das Aufstellen der Zelte und Stände in der Innenstadt gesichert sein. „Und zwar von Altweiber bis Rosenmontag – zusätzlich mit den notwendigen Auf- und Abbauzeiten“, betonte Junkerkalefeld. Und: „Das muss im Vorfeld geklärt werden und nicht im Nachhinein, denn dann ist der Zug meistens abgefahren.“

Seit Jahren gängige Abläufe und Bräuche wollen die Grafschaftler weiterentwickeln, aber keinesfalls einfach so aufgeben. Von der „immensen Integrationskraft des Karnevals gerade auch in Rietberg“ zeugen, so Junkerkalefeld, die mittlerweile mehr als 1 200 Mitglieder. „Überlieferte Rituale durch eine Eventisierung ersetzen, das gibt es bei uns nicht“, machte der Präsident deutlich. Denn sonst werde der Karneval als Kulturgut der Kommerzialisierung und der Beliebigkeit preisgegeben.

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