Kommt der Bürgerentscheid zum Outlet?
Bild: von Stockum
„Überlegt euch, auf was ihr euch da einlasst“, warnten FDP-Mitglied Ralph Böwingloh und der liberale Ratsherr Professor Dr. Manfred Niewiarra während eines Pressegesprächs.
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Eben diesen fordert nun FDP-Ratsherr Professor Dr. Manfred Niewiarra zum wiederholten Mal. Wenn nicht Verwaltungschef Andreas Sunder über ein Ratsbegehren ein solches Verfahren in Gang bringe, werde er es selbst tun.

Der Stadtrat in Rietberg, der sich einstimmig zum City-Outlet (CO) bekannte, hat eventuell ein Problem: Er bildet möglicherweise nicht mehr den Willen der Wähler ab. Besonders deutlich ist das während der Informationsveranstaltung zu den Veränderungen im Nordtorbereich im Zuge des CO-Vorhabens geworden. Angenommen, die damalige Zuhörerschaft war tatsächlich politischer Querschnitt, dann existiert eine gewaltige Kluft zwischen Volksvertretung auf der einen und Bürgerschaft auf der anderen Seite.

„Rietberger, überlegt euch, auf was ihr euch da einlasst“, hat am Dienstag der Liberale Professor Dr. Manfred Niewiarra seine Warnung erneuert. „Das City-Outlet wäre ein radikaler Eingriff, über den nicht allein im Rat entschieden werden sollte.“ Anstatt der Bürgerschaft ein derartiges Großprojekt überzustülpen, obwohl sie es möglicherweise mehrheitlich ablehnt, solle sie besser selbst darüber abstimmen.

Erst am Montag hatte Bürgermeister Andreas Sunder eine klare Positionierung von den Fraktionen im Stadtrat zum Outlet gefordert. Mittlerweile kann offenbar nicht mehr ausgeschlossen werden, dass sich auch der politische Wind teilweise gedreht hat. Um Gewissheit zu haben, verlangt der Verwaltungschef nach einer grundsätzlichen Meinungsäußerung. Ob er während der nächsten Ratssitzung am 9. November auch tatsächlich eine solche erwarten darf, ist offen. Zumindest die FDP – Niewiarra ist liberaler Einzelkämpfer – lehnt das schon mal kategorisch ab.

Man wolle das Outlet-Vorhaben keineswegs zu Fall bringen, betonte FDP-Mitglied Ralph Böwingloh am Dienstagmorgen während eines Pressegesprächs. „Wir möchten lediglich von den Bürgern wissen, ob sie hinter dem Vorhaben stehen oder es ablehnen.“ Es sei doch ganz einfach: Wenn der Rat nicht für die Meinung der Rietberger stehe, müsse die Entscheidungsbildung an eben jene abgegeben werden.

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