Multikulti-Sound begeistert Publikum
Bild: Vredenburg
Von Anfang an dabei: Frontfrau Kiki Sauer brilliert am Akkordeon, singt, schreibt Texte und managt die „17 Hippies“.
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Viele Fans waren aus ganz OWL angereist, um die Berliner Szeneband hautnah zu erleben. Als die „Hippies“ 2015 aus Anlass ihres 20-jährigen Bestehens in Hamburg ihre Geburtstagstournee starteten, stand Rietberg gleich an zweiter Stelle. Jetzt fiel der Startschuss für die „Zugabe zur Jubiläumstour“ mit 13 weiteren Gastspielen bis Anfang Februar direkt in der Emsstadt. „Ihr seid also ein bisschen Versuchskaninchen und Weltpremiere zugleich“, sagte Oberhippie Christopher Blenkinsop zu Beginn des zweistündigen Streifzugs durch mittlerweile 15 „Hippie“-Alben.

Auch diesmal kam der unvergleichliche multikulturelle Sound, den die bunt zusammen gewürfelte Truppe auf die Bühne zauberte, beim Publikum bestens an. Ob an Ukulele, Bouzouki, Akkordeon, Banjo, Klarinette, indischem Harmonium, Flöte, Gitarre, Euphonium, Geige, Trompete oder beim Gesang: Unermüdlich tauschten die quirligen Bandmitglieder ihre Instrumente und Positionen. Schade nur, dass die „Hippies“ – jeder ist auch ein herausragender Solist – weitgehend im Schummerlicht agierten. Ein Lichtspot hier und dort, der die Musiker auch optisch ins rechte Licht gerückt hätte, wäre schön gewesen.

Neu war, dass das 13-köpfige Künstlerkollektiv diesmal mit der befreundeten Berliner Band „The Beez“ eine Vorgruppe mitgebracht hatte. Das Quartett ist bekannt für seine schier unerschöpflichen Ideen, berühmte Rock- und Pop-Hits so lange durch den eigenen musikalischen Wolf zu drehen, bis daraus ganz neue „Originale“ voller Witz und Esprit entstehen. Damit sich alle „so richtig schön in den Abend reinschunkeln“, kündigte Frontfrau Deta Rayner das „sehr bekannte Hochzeitslied eines weltberühmten russischen Komponisten“ an: „White Wedding“ von Billy Idol. Der Saal tobte. Mit dem Soundtrack zu einem Westernfilm, der erst noch gedreht werden muss, und einer „sehr schön islamisierten“ Version des Hits „Stand by your Man“ von Tammy Wynette heizte das Gespann die Stimmung weiter an. Das Sahnehäubchen verabreichten die „Beez“ ihren Zuhörern mit einer brillanten Coverversion des David-Bowie-Songs „Starman“. Der Applaus wollte nicht enden.

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