Rietberg: Drei Mädchen bedroht und missbraucht
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Mit seiner Waffensammlung (Symbolbild) soll ein Freizeitjäger aus Rietberg drei Mädchen psychisch unter Druck gesetzt und sie so dazu gebracht haben, sich vor ihm auszuziehen.
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Diese Geschichte beschäftigt nicht zum ersten Mal ein Gericht: Denn nach Bekanntwerden der Vorwürfe ließ der Kreis Gütersloh als Genehmigungsbehörde Waffen- und Jagdschein einziehen, verhängte zudem noch eine mehrjährige Sperre hinsichtlich einer neuen Beantragung. Da der 46-Jährige die Vorwürfe abstritt und die Konsequenzen daraus nicht akzeptieren wollte, klagte er vor dem Verwaltungsgericht in Minden. Zwei Prozesse verlor er dort. Beides Mal gelangten die Richter offenbar zu der Einschätzung, dass der Mann nicht von jener moralischen Festigkeit ist, die zum Waffenbesitz und zur Jagderlaubnis zwingend erforderlich ist.

Nun also wird bald das Amtsgericht in Gütersloh die Vorwürfe strafrechtlich bewerten. Die Mädchen, die aus der Nachbarschaft stammen, haben bei der Kriminalpolizei ausgesagt, sie hätten den Mann häufiger besucht, um mit seinem Hund zu spielen. Bei dieser Gelegenheit soll es zu „Modeschauen“ gekommen sein, in deren Verlauf der heute 46-Jährige die damals neun und zehn Jahre alten Kinder laut Staatsanwalt Udo Vennewald (Bielefeld) aufforderte, sich auszuziehen. Damit das Geschehene nicht nah außen dringt, hat der Angeklagte offenbar Druck auf die Mädchen ausgeübt und eine Drohkulisse aufgebaut – unter anderem, indem er ihnen die Waffen zeigte.

Davon eingeschüchtert und in Sorge um sich und die ganze Familie, dauerte es vier Monate, bis sich die erste von ihnen jemandem anvertraute. In der Zwischenzeit gingen die Mädchen immer wieder zu dem Angeklagten: Hintergrund soll gewesen sein, dass sie Angst davor hatten, dass der Mann seine Drohungen wahr macht und ihnen oder ihren Eltern etwas antut. Die Taten sollen sich im Zeitraum von April bis August 2015 ereignet haben.

Der Missbrauchsvorwurf ist die eine Sache, die bei einer Hausdurchsuchung gefundene Kinder- und Jugendpornographie eine andere. Da der Angeklagte den Mädchen zudem Alkohol zu trinken gegeben haben soll, muss er sich auch noch wegen Körperverletzung verantworten. Der 46-Jährige streitet alle Vorwürfe ab. Ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

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