Absage des Vorjahrs noch spürbar
In diesem Jahr soll alles glatt laufen: Stefan Grundmeier, Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Kaunitz, hofft nach der Absage vor zwölf Monaten, dass der Schau in der Ostwestfalenhalle nicht wieder eine Tierseuche in die Quere kommt. Grundmeier ist mit seinen Steinbacher Kampfgänsen in Blau bei der Schau vertreten.

Der Rassegeflügelzuchtverein (RGZV) brennt schon auf die Ausstellung am Wochenende, 25. und 26. November. „Die Planung läuft. Ab dem 21. November wird aufgebaut“, berichtet der RGZV-Vorsitzende Stefan Grundmeier voller Vorfreude. Er hofft nicht, dass das Veterinäramt in diesem Jahr erneut eine kurzfristige Sperrung verhängt. Eine Garantie gibt es aber nicht. „Bis dato ist alles ruhig – toi, toi, toi. Aber sicher ist man ja nie“, sagt Stefan Grundmeier.

Ende August wurde bei drei toten Schwänen am Süßen See im Kreis Mansfeld-Südharz das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen. Und zuletzt war ein Legehennenbetrieb in den Niederlanden aufgefallen. Eine Alternative im Fall einer Absage gibt es nicht. Im vergangenen Jahr hatte der Verein überlegt, die Schau zu verlegen. Doch die Ausstellungszeit endet im Januar, und das zurückliegende Verbot wurde erst im März aufgehoben. In der Zeit nach Januar ergebe das Ausstellen keinen Sinn mehr, da die Tiere dann in die Paarungsstimmung kämen. Zudem ist das Gefieder nach der Mauser im Herbst am schönsten anzusehen.

Nach der kurzfristigen Absage im vergangenen Jahr war einiges an Organisationstalent gefragt. Sämtliche Preisrichter mussten abbestellt werden, ebenso die auswärtigen Züchter für die Sonderschau. Die Absage war aber auch finanziell spürbar. Stefan Grundmeier: „Die Schau ist ja so ein bisschen das Erntedankfest für unseren Verein. Wenn man ein Jahr nur mit Mitgliedsbeiträgen bestreitet, dann merkt man das.“

Die Kaunitzer Geflügelzüchter zählen derzeit gut 100 Mitglieder, davon 14 Jugendliche. Der Ausfall der Geflügelschau hat aber auch Auswirkungen auf die Zucht gehabt. „Unsere Mitglieder haben weniger gezüchtet und stärker selektiert. Niemand wollte noch einmal mit einem vollen Stall überrascht werden und die Tiere nicht mehr verkaufen können“, erklärt der Vorsitzende. Das heißt aber auch, dass die heimischen Züchter dieses Jahr weniger Tiere auf der Ortsgeflügelausstellung zeigen können. Trotzdem werden mehr als 1000 Tiere zu sehen sein. Die Sonderschau der Zwergenten kompensiert mit rund 650 Tieren das Defizit.

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