Aus dem Rathaus auf Platz zwei

Die Aufregung ist verflogen. Ganz unaufgeregt sitzt die 29-Jährige heute wieder in ihrem Büro im Rathaus und geht ihrer Arbeit im Fachbereich Soziales nach. Dabei hat die Pferdenärrin, die bereits seit ihrem dritten Lebensjahr reitet, gleich doppelten Grund zum Feiern.

Nach der Vizemeisterschaft vom Verband der Ersten Westernreiter Union im September in Kreuth sicherte sie sich im Oktober in Aachen den Titel der Deutschen Quarterhorse Association, der zur Teilnahme der Weltmeister in Oklahoma berechtigt. Mit einem entschuldigenden Blick reibt Stefanie Becker Daumen und Zeigefinger aneinander. Die Geste ist die Antwort auf die Frage, ob sie denn in den USA antreten werde. „Eine Teilnahme in den USA wäre schon ein Traum“, sagt Becker. Wie so vieles im Leben ist auch dieses Hobby eine Frage des Geldes. Und eine Frage der Zeit.

Fünf Trainingseinheit zwischen 30 und 60 Minuten investiert die 29-Jährige, die aus Oelde-Lette stammt. Dann kommen noch die Qualifikationsturniere hinzu. In diesem Jahr hat die Reiterin noch in drei weiteren Entausscheidungen gestanden und folgende Plätze erreicht: Rang sechs in der Jungpferdeprüfung Basis (4-jährige Pferde), Rang acht im Superhorse und Rang zehn im Showmanship. Vizemeisterin ist Stefanie Becker im Western Pleasure für Pferde zwischen vier und sechs Jahren geworden. Grundsätzlich geht es dabei um eine möglichst geschmeidige und gleitende Gangart des Pferds beim Gehen, Traben und Galoppieren. Das ist wichtig, damit der Reiter nach einem zehnstündigen Arbeitstag auf der Ranch nicht völlig gerädert vom Pferd fällt. „Das ist dann so, als ob man auf einem schlechten Fahrrad sitzt“, so Becker.

Wertungsrichter beurteilen den Bewegungsablauf der Tiere. Das Besondere: Es wird in einer großen Gruppe geritten. Becker musste sich gegen 13 Kontrahenten durchsetzen. „Immer nur lächeln und zu jedem Zeitpunkt ausstrahlen, dass man das beste Pferd unter dem Hintern hat“, nennt Stefanie Becker die Voraussetzung für ein erfolgreiches Abschneiden. Zudem gilt es, aus der Gruppe herauszustechen und positiv aufzufallen. Ebenso ist spontanes Reagieren gefragt, wenn ein Mitbewerber in die Parade hineinreitet. Ganz offensichtlich ist Stefanie Becker das mit Bambi hervorragend gelungen.

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