CDU zieht beim Bauhof die Notbremse
Bild: Blumenstein
Das Kölner Büro V-Architekten hat das Modell für den Bauhof in Verl entworfen. Nun laufen die Kosten aus dem Ruder. Die CDU fordert Nachbesserungen.
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Gelingt eine Kostenreduzierung nicht, soll über Alternativen nachgedacht werden. Am Wochenende hat die Fraktion hinter verschlossenen Türen getagt. Dort habe großes Unverständnis und großer Unmut angesichts der Kostenexplosion für den Gebäudekomplex am Strothweg geherrscht. Die CDU fordert nun von den Architekten und vom Projektsteuerer kurzfristig weitere Einsparvorschläge.

Nach Abschluss des Architektenwettbewerbs Ende 2015 hatte es geheißen, dass das Projekt für 5,2 Millionen Euro zu realisieren sei. Davon ist schon lange keine Rede mehr. Nach und nach kletterten die Kosten. Erst auf 6,8, dann auf 7,1 Millionen Euro. Und jetzt eben 10,5 Millionen Euro.

Die Union schreibt in ihrer Mitteilung, sie habe intensiv mit der Verwaltungsspitze darüber diskutiert. „Es kann doch nicht sein, dass die ursprünglich geplanten Kosten so von denen abweichen, die jetzt dem Rat vorgelegt werden“, heißt es in dem Schreiben, das die Fraktionschefin Gabi Nitsch unterzeichnet hat.

Trotz der ergänzenden Maßnahmen (zusätzlicher Keller, Funktionsverbesserungen) habe sich in der Diskussion diese immense Kostensteigerung nicht erschlossen. Schließlich seien bei der Entscheidung für den Entwurf des Kölner Büros V-Architekten auch die niedrigen Kosten für Bau und Betrieb ausschlaggebend gewesen. Und diese Werte seien von einem Gutachter aus Delbrück bestätigt worden. „So wurden die Kostensteigerungen auch vor dem Hintergrund der aktuellen Preissteigerungsspirale in der Baubranche genauso kritisch thematisiert wie die Tatsache, dass auch schon bei vorherigen Bauprojekten, die durch Wettbewerbe initiiert wurden, erhebliche Kostensteigerungen zu verzeichnen waren, etwa beim Gymnasium“, schreibt die Union.

„Nur dieses Mal liegen die Kosten so dezidiert und frühzeitig vor Baubeginn auf dem Tisch, dass wir als Rat noch reagieren können, um notfalls die Reißleine zu ziehen“, so Matthias Humpert, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Die Baukostenberechnung mit fast 10,5 Millionen Euro werde die CDU nicht tolerieren.

Gabi Nitsch lässt sich in der Mitteilung so zitieren: „Sollte es nicht möglich sein, die Kosten erheblich zu reduzieren, müssen wir dafür Sorge tragen, dass dann auch über alternative Lösungen intensiv nachgedacht wird.“

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