Feuerwehrchefs machen’s wie Philipp Lahm
Zum Abschied eine Fahrt im Oldtimer: Vom Feuerwehrgerätehaus aus wurden (v. l.) Heiner und Claudia Panreck sowie Sabine und Erwin Kleinemeier zur Schützenhalle gefahren. Dort wurden Heiner Panreck und Erwin Kleinemeier als Leiter der Feuerwehr verabschiedet.

Heiner Panreck und Erwin Kleinemeier sind nicht Weltmeister geworden, haben dafür aber jahrelang eine Institution geleitet, die für Verl wichtiger ist als ein schnöder Fußball-Weltmeistertitel. Die Feuerwehr.

„Es ist unsere Aufgabe, das Beste zu erreichen. Und das an jedem Tag“, sagt Heiner Panreck über die Freiwillige Feuerwehr. Der 60-Jährige hätte weiter Leiter bleiben können. Gleiches gilt für seinen Stellvertreter Erwin Kleinemeier, der erst 58 Jahre alt ist. „Es ist ein Wechsel, der von langer Hand geplant war. Ich gehe mit einem guten Gefühl aus dem Amt“, sagt Heiner Panreck in seiner Ansprache.

Beide wollen in den nächsten Jahren noch bei Einsätzen mitfahren. Bis sie altersbedingt aus dem aktiven Dienst ausscheiden, dauert es noch. Die Führung aber, die sind sie los. Am Freitagabend sind Heiner Panreck und Erwin Kleinemeier verabschiedet worden. Mit Fahrzeugkorso, mit Musik und mit vielen guten Worten. Drei Blumensträuße (vor allem für die Ehefrauen Claudia Panreck und Sabine Kleinemeier), ein Frühstückskorb und jede Menge Präsente stehen am Ende von vielen Jahren in Führungsverantwortung.

Beide wirken sie gelöst. Die Schützenhalle ist voll, Ehrengäste aus dem gesamten Kreisgebiet sind angereist, hinzu kommen Mitglieder der Feuerwehr aus Annaburg. „Ich begleite jetzt den fünften Führungswechsel. Aber so emotional war es noch nie“, sagt Ronald Thäle, der lange Leiter der Feuerwehr in der Verler Partnerstadt war.

„Die meisten Menschen nehmen es als ganz selbstverständlich hin, dass die Feuerwehr immer und überall da ist, wenn sie gerufen wird. Die wenigsten verschwenden einen Gedanken daran, wie viel Organisation und Logistik hinter jedem einzelnen Einsatz steckt“, sagt Bürgermeister Michael Esken.

Dieses Gebilde mit den vielen ehrenamtlichen Kräften am Laufen zu halten, ist halt nichts, was mal eben so funktioniert. „Die Freiwillige Feuerwehr ist keine Hobbyisten-Truppe. Sie ist die Basis des Katastrophenschutzes“, betont Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper aus Langenberg.

„Diese Feuerwehr braucht neue Impulse“, sagt Heiner Panreck. Das ist seine Meinung. Ähnlich dürfte das Erwin Kleinemeier sehen. Und sie machen es wie Ex-Fußballprofi Philipp Lahm. Sie treten zu einem Zeitpunkt ab, wo jeder Außenstehende sagt: Es funktioniert doch gut, es geht doch noch ein paar Jahre. Aber wahre Größe zeigen die, die auf dem Höhepunkt abtreten.

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