Knopfmanufaktur ist mehr als Museum
Bild: Steinecke
Ein Schmuckstück hat Manfred Dolleschel mit seiner Knopfmanufaktur im Herzen von Verl geschaffen. Neben der Herstellung von Knöpfen sind auch alte Druckmaschinen zu sehen und im Obergeschoss ist ein Knopf-Museum untergebracht.
Bild: Steinecke

„Das hat alles Geschichte“, sagt Manfred Dolleschel und blickt in die Runde. Zufriedenheit und Stolz umspielen seine Mundwinkel. Unter der Decke dreht sich die Transmissionswelle und treibt die auf den Tischen montierten Werkzeuge an. Damit ist Verl (Kreis Gütersloh) ab heute um eine Attraktion reicher.

Die Manufaktur ist voll funktionstüchtig. „Wir können sofort produzieren“, sagt Dolleschel, der die Maschinen aus den 1880er- bis 1920er-Jahren aus Frankreich an den Ölbach brachte. Als Chef von Union Knopf in Bielefeld beschäftigte sich der gebürtige Berliner bis 2009 lang mit Knöpfen. „Da sammelt sich einiges an“, sagt der 77-Jährige und zeigt lachend auf die reichhaltige Knopfsammlung im Obergeschoss.

An Knöpfen konnte Dolleschel noch nie vorbeigehen. „Das macht mir Spaß“, sagt er. Während eines Urlaubs in Norwegen fand er einen abgegriffenen Knopf von einer Seemannsjacke. Der Anker darauf war kaum noch zu erkennen. Er hat ihn gekauft und bei Union Knopf in der Gebraucht-Optik nachgebaut. „Sehr erfolgreich“, sagt Dolleschel. Klar, dass er 1981 die alten Maschinen der Familie Depuis aus Andeville in Frankreich nicht einfach dem Schrotthändler überlassen konnte.

„Das ist eines der bedeutendsten Häuser in Verl“, sagt Michael Schwan vom Heimatverein. Aus dem ehemaligen Heuerlingshaus, das Manfred Dolleschel 2011 erwarb, ist ein echtes Schmuckstück geworden, das nicht nur die Knopfmanufaktur, sondern auch alte Drucktechnik beherbergt. Ein Königreich für den gelernten Drucker Dieter Platz, in dem Dolleschel einen kompetenten Partner fand.

Mehr dazu lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der „Glocke“.

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