„Nachbarschaft hat Bestandsschutz“
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Ist das Lärm? Wenn der Schiedsrichter pfeift, wird es schon mal lauter. Ein Experte hat ein Schallschutzgutachten für das Areal erstellt, auf dem der neue Sportplatz in Sürenheide entstehen soll.
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In einem weiteren Schritt werden noch einmal die Auswirkungen untersucht, die das Flutlicht hat. Das Gutachten liegt seit Mittwoch im Rathaus vor, soll nun aber in Ruhe ausgewertet werden, ehe der Stadtrat abschließend über den Bau des Sportplatzes entscheidet. Eine Übersicht über die wichtigsten Fragen, die am Mittwoch in einer Sondersitzung des Sportausschusses besprochen worden sind.

Warum haben die Anlieger an der Westseite höhere Ansprüche als die an der Nord- und Ostseite? Die Anwohner der Tannenbergstraße hatten ihre Häuser schon lange bezogen, als im Jahr 2002 die Planungen für den Sportplatzbau begannen. „Die Nachbarschaft hat Bestandsschutz“, so Martin Brokopf vom Büro Akus, das das Schallschutzgutachten erstellt hat. Anders sieht es bei den Häusern an der Posener und Trakehner Straße aus. 2002 ist bei der Aufstellung des Bebauungsplans für das Areal vermerkt worden, dass ein weiterer Sportplatz in der Nachbarschaft gebaut werden soll.

Welche Folgen hat das? Die Anlieger von Trakehner und Posener Straße müssen mehr Lärm hinnehmen als die an der Tannenbergstraße. Dort sind während der Ruhezeit sonntags zwischen 13 bis 15 Uhr nur maximal 50 Dezibel erlaubt. Auf den beiden anderen Seiten sind es 55 Dezibel.

Wie hoch werden Wall oder Wand zur Tannenbergstraße hin? Auch wenn die Anlieger nach Angaben von CDU-Ratsherr Konrad Balsliemke sich eher sechs Meter wünschen, werden es wohl acht Meter. Das hat damit zu tun, dass Lärmschutz nicht verhandelbar ist. Einzige Ausnahme: Die Stadt müsste sich über einen Eintrag im Grundbuch von jedem einzelnen Anlieger zusichern lassen, die Grenzwerte überschreiten zu dürfen. Das ist aber unrealistisch.

Werden Lärmschutzwände an Ost- und Nordseite errichtet? Eher nein. Laut Martin Brokopf sind die fast 900.000 Euro teuren Wände rechtlich nicht nötig. Auch würden sie nur eine minimale Verbesserung von bis zur vier Dezibel für einige Häuser bringen. „Das ist nicht verhältnismäßig“, sagte Brokopf. Auch sei diese Verbesserung physisch kaum hörbar. Abschließend entscheiden muss nun der Rat.

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